Hochtief-Mitarbeiter protestieren gegen ACS-Übernahme
Dass ACS nach einer Übernahme bei Hochtief alles beim Alten belasse, glaube er nicht. Niemand gebe rund 1 Mrd EUR für die Mehrheit an einem Unternehmen aus, um dann nichts zu verändern. "Wir planen Demonstrationen und weitere Maßnahmen", sagte Müller. Der Hochtief-Vorstand habe für Abwehrmaßnahmen die Unterstützung der Arbeitnehmer.
Unterdessen betonte ACS in einer Mitteilung seine freundlichen Absichten. Ein Beherrschungsvertrag sei nach der mehrheitlichen Übernahme nicht vorgesehen, bekräftigte der Mischkonzern aus Madrid. Angesichts der Proteste der Arbeitnehmer hieß es, ACS bekenne sich "vorbehaltlos zur Mitbestimmung und den Tarifvereinbarungen".
Um Interessenskonflikte zu vermeiden, wollen die zwei ACS-Vertreter im Hochtief-Aufsichtsrat an der "eigentlichen" Sitzung nicht teilnehmen. Es wird erwartet, dass sich der Aufsichtsrat mit Abwehrmöglichkeiten befasst.
ACS hatte Mitte September mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, seine Hochtief-Beteiligung von gegenwärtig knapp unter 30% bis zu einer Mehrheit auszubauen, um den Konzern in der eigenen Bilanz konsolidieren zu können. Die Hochtief-Führung hat sich gegen die Mehrheitsübernahme ausgesprochen und wertet das Vorhaben der Spanier als unfreundlich.
Hochtief-Vorstandsvorsitzende Herbert Lütkestratkötter äußerte sich vor den Prostestierenden "beeindruckt von der Verbundenheit" mit dem Unternehmen. Er versprach, der Vorstand werde sich für die Belange der Belegschaft einsetzen. Betriebsratschef Müller räumte ein, dass die Chancen für Hochtief schlecht stünden, die ACS-Übernahme zu verhindern. Aufgeben sei aber der schlechteste Weg. Er appellierte an die Bundesregierung, dem Baukonzern bei seinem Abwehrkampf zu helfen.
DJG/rio/nas

