Herzinfarkt-Verdacht: Bei akuten Brustschmerzen den Rettungsdienst (112) alarmieren
Akute Brustschmerzen sind ein Alarmsignal für Herzinfarkt und andere lebensgefährliche Komplikationen. Was bei Brustschmerzen zu tun ist und welche Funktion Chest Pain Units (CPU) in Krankenhäusern übernehmen, erklärt die Herzstif

25. Juni 2025, 09:30 Uhr · Quelle: LifePR
Bei akuten Brustschmerzen sollte sofort der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden, da jede Minute zählt und ein Herzinfarkt lebensgefährlich sein kann. Neben Herzinfarkten können auch andere Erkrankungen wie Lungenembolie und Aortendissektion lebensbedrohliche Symptome hervorrufen.

Frankfurt am Main, 25.06.2025 (lifePR) - Bei akuten Brustschmerzen besteht ein Verdacht auf Herzinfarkt, so dass sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren ist. Zeitverluste beim Herzinfarkt, etwa durch zögerliches Verhalten der Betroffenen und Angehörigen, sind fatal. Jede Minute zählt: Zum einen führt der Infarkt im Herzmuskelareal des verschlossenen Herzkranzgefäßes zum Absterben von Herzmuskelgewebe. Wenn der Infarkt nicht unverzüglich behandelt wird („Time is Muscle“) und viel Gewebe zerstört ist, droht eine ausgeprägte Herzschwäche. Zum anderen kann der Infarkt jederzeit in bösartige Herzrhythmusstörungen übergehen. Dieses Kammerflimmern (über 300 Schläge/Minute) führt innerhalb weniger Sekunden zum Herzstillstand. „Diese Situation – Herzinfarkt und als Komplikation Kammerflimmern – ereignet sich auch häufig zu Hause. Dann muss unmittelbar nach Feststellen des Kreislaufstillstandes die 112 angerufen und danach unmittelbar mit der Herzdruckmassage begonnen werden“, betont der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Wenn ein zweiter Helfer vorhanden und ein externer Defibrillator verfügbar ist, kann durch Defibrillation wieder ein regelmäßiger Rhythmus hergestellt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Herzdruckmassage fortgeführt werden. Die Rettungssanitäter führen dann die Defibrillation durch.“

In Deutschland kommt es wegen Herzinfarkten zu rund 190.000 Klinikeinweisungen pro Jahr (Männer: 129.000, Frauen: 61.000; Deutscher Herzbericht – Update 2024). Rund um den Herzinfarkt bietet die Herzstiftung Infos unter https://herzstiftung.de/herzinfarkt-erste-hilfe und informiert aktuell in der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute am Fallbeispiel eines Infarktpatienten über einen Tag in der „Chest Pain Unit“ (Brustschmerz-Abteilung), kurz CPU, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Ein Probeexemplar dieser Ausgabe 2/2025 kann kostenfrei unter https://herzstiftung.de/bestellung angefordert werden.

Akute Brustschmerzen: Auch Lungenembolie und Aortendissektion kommen in Frage

Akute Brustschmerzen können auch von anderen lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen herrühren, die ebenfalls eine sofortige medizinische Versorgung erfordern. Für die Akutversorgung von Patienten mit akuten Brutschmerzen stehen in Deutschland 380 zertifizierte „Chest Pain Units“ (CPU) in Krankenhäusern an 365 Tagen rund um die Uhr zur Verfügung. „Bei akuten Brustschmerzen müssen mit höchster Priorität vor allem drei Erkrankungen ausgeschlossen oder nachgewiesen werden: Herzinfarkt, Lungenembolie Aortendissektion, ein Einriss der Hauptschlagader“, erklärt der Kardiologe Prof. Dr. Raphael Twerenbold, Leiter der CPU am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), in HERZ heute. Bei diesen Krankheiten droht ohne rasches Eingreifen Lebensgefahr. Kardiologen und Notfallmediziner warnen deshalb vor zögerlichem Verhalten oder der Scheu bei Herzinfarkt-Verdacht die 112 zu rufen: „Bei Beschwerden wie akutem Brustschmerz oder Luftnot rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter der 112 und sagen Sie, dass Sie unter diesen akuten Schmerzen leiden. Äußern Sie auch Ihren Verdacht auf einen Herzinfarkt. Fahren Sie weder selbst noch lassen Sie sich von Angehörigen oder einem Taxi bringen“, betont der Kardiologe Prof. Dr. Stefan Blankenberg vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie am UKE. Prof. Blankenberg rät Betroffenen und ihren Angehörigen, „immer aktiv mitzudenken“: „Sagen Sie, dass Sie Brustschmerzen haben und dass Sie in ein Haus mit CPU oder herzzentrierter Versorgung möchten.“ Auch sollten Risiko- und Herzpatienten den nächstgelegenen Standort einer CPU kennen. Zudem sei es für Herzpatienten, die einen Urlaub planen, ratsam, sich vorab über die nächstgelegene CPU oder Klinik mit Kardiologie-Abteilung am Urlaubsort zu informieren. Infos zu den Standorten von Chest Pain Units (CPU) und Brustschmerz-Ambulanzen (BSA) im Bundesgebiet sind abrufbar unter https://herzstiftung.de/herznotfallambulanz-suche

Mit welchen Symptomen äußert sich der Herzinfarkt?

Beim Herzinfarkt sind typische Beschwerden:

  • plötzlich einsetzende starke Schmerzen, die länger als fünf Minuten in Ruhe anhalten und die überwiegend im Brustkorb oder häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten,
  • Schmerzen, die in Körperteile wie Arme (meist links), Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen,
  • ein massives Engegefühl, heftiger Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl im Brustkorb („Elefant auf der Brust“),
  • heftiges Brennen im Brustkorb. (Achtung: Verwechslungsgefahr mit Sodbrennen!).
  • Vor allem Frauen verspüren eher ein Engegefühl und der Brustschmerz strahlt vorrangig in den Rücken und den Oberbauch aus (Achtung: Verwechslungsgefahr mit Magenschmerzen!).
Auch häufige Begleiterscheinungen wie Luftnot, Schwäche, Kaltschweißigkeit und Übelkeit können auf einen Herzinfarkt hinweisen. „Frauen, ältere Menschen und Diabetiker zeigen diese ,untypischen‘ Symptome besonders häufig, was die Diagnose oftmals erschwert und zeitlich verzögert. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig den Rettungsdienst rufen“, betont der CPU-Leiter am UKE Prof. Twerenbold in HERZ heute. Weitere Infos zum Herzinfarkt sind unter https://herzstiftung.de/herzinfarkt abrufbar.

CPU-Vorteil: Rasche Abklärung auch anderer medizinischer Notfälle

Die über 380 der von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierten CPU in Deutschland verfügen über eine 24-Stunden-Herzkatheterbereitschaft an sieben Wochentagen. Für eine rasche Ersteinschätzung bei Patienten mit akuten Brutschmerzen oder anderen Beschwerden mit Verdacht auf Herzinfarkt stehen in einer CPU sämtliche erforderlichen Verfahren der Diagnostik zur Verfügung wie:

  • 12-Kanal-EKG (erstes EKG erfolgt bereits im Rettungswagen)
  • Bestimmung der Troponin-Spiegel im Blut (Blutmarker zeigt Herzmuskelschädigung an)
  • Herz-Ultraschalluntersuchung (Bildgebung von Bewegungsstörungen der Herzwand, Durchblutungsstörungen)
  • Computertomographie (bei Verdacht auf Aortendissektion)
  • Während der Untersuchungen beantwortet der Patient je nach Zustand Fragen zu Symptomen/Vorgeschichte
Die CPU ermöglicht neben der raschen Abklärung eines akuten kardiologischen Notfalls wie Herzinfarkt auch die rasche Abklärung anderer ernsthafter Komplikationen wie die akute Lungenembolie oder die – seltene – Aortendissektion. „Beide weisen Herzinfarkt-ähnliche Symptome wie Brustschmerzen und Luftnot auf. Es besteht also Verwechslungsgefahr“, berichtet Prof. Twerenbold. Das Team der CPU schaffe Klarheit darüber, wer welche Behandlung braucht und vor allem: wie schnell diese erfolgen muss.

Notfallbereitschaft auch an Feiertagen und Wochenenden

Rettungsdienstleitstellen, CPUs und Notaufnahmen der Kliniken stehen auch an Feiertagen, in der Zeit zwischen den Jahren wie auch am Wochenende oder nachts rund um die Uhr bereit. „Deswegen besteht auch an Feiertagen und Wochenenden überhaupt kein Grund zur Scheu vor dem Notruf 112“, versichert der Herzstiftungs-Vorstandsvorsitzende Prof. Voigtländer, als Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien CCB in Frankfurt am Main tätig.

(wi)

Service

Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute

Mehr Informationen rund um das Thema der Chest Pain Unit bietet der Beitrag „Wenn jede Minute zählt“ von Susanne Paulsen in der Ausgabe 2/2025 der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute mit dem Titel „Ein unerwartetes daynamisches Duo – Wechselwirkungen: Wie Herz und Hirn zusammenarbeiten“. Ein Probe-Exemplar dieser Ausgabe kann kostenfrei unter Tel. 069 955128-400 oder unter https://herzstiftung.de/bestellung angefordert werden.

Weitere Informationen rund um das Thema Herzinfarkt bietet die Herzstiftung unter https://herzstiftung.de/herzinfarkt und https://herzstiftung.de/herzinfarkt-erste-hilfe

Infos rund um die Chest Pain Unit bietet die Herzstiftung unter: https://herzstiftung.de/herznotfallambulanz-suche

Kontakt: Deutsche Herzstiftung e.V., Pressestelle: Michael Wichert (Ltg.) / Pierre König, Tel. 069 955128-114/-140, E-Mail: [email protected], www.herzstiftung.de

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