Herbe Kursverluste für United Internet nach enttäuschendem Jahresergebnis
United Internet erlebte am Freitag eine dramatische Kurskorrektur, die die jüngste Erholungsphase der Aktien des Telekommunikationsgiganten abrupt beendete. Der Aktienkurs fiel bis zum späten Vormittag um über zehn Prozent auf 14,92 Euro und kehrte damit auf das Niveau von Mitte Januar zurück. Dieser kräftige Rückgang platzierte die Papiere ans Ende des MDax, während der Index der mittelgroßen Unternehmen nur einen leichten Verlust verzeichnete.
Ursächlich für den Abschwung ist unter anderem ein massiver Netzwerkausfall bei der Tochtergesellschaft 1&1, der den Konzern im vergangenen Jahr spürbar belastete. Viele Kunden konnten erst verspätet auf das neue Netz migrieren. Im SDax gehörte 1&1 zu den größten Verlierern des Tages, wobei die Papiere um etwa sechs Prozent an Wert verloren.
Analysten äußerten insbesondere wegen des enttäuschenden operativen Ergebnisses erhebliche Kritik. Sowohl United Internet als auch 1&1 verfehlten die Erwartungen im Markt signifikant. Ein fehlerhaftes Software-Update im Mai sorgte für zusätzliche Unannehmlichkeiten im 1&1-Mobilfunknetz, was den Konzern etliche ungeplante Vertragskündigungen kostete. Die Entschädigungsforderungen gegenüber dem Partner, die noch unerfüllt sind, sieht Bernstein Research-Experte Ulrich Rathe als Hauptursache für die Gewinnenttäuschung bei 1&1.
Analyst Ben Ricket von New Street Research befürchtet, dass die unerfreulichen Zahlen von 1&1 und United Internet die Sorgen um einen sich verschlechternden deutschen Mobilfunkmarkt nicht mildern werden, vor allem vor dem Hintergrund einer aggressiveren Preisstrategie bis 2025.
Die herben Verluste der United-Internet-Aktien machten die seit Jahresbeginn erzielten leichten Kursgewinne mit einem Schlag zunichte und lenken die Aufmerksamkeit erneut auf das Tief von Mitte Januar.

