Herausforderungen der vorgezogenen Bundestagswahl: Die Halligen trotzen der Winterwitterung
Die bevorstehende vorgezogene Bundestagswahl wirft ihre Schatten auf die malerischen Halligen im Norden Deutschlands, wo die winterlichen Wetterverhältnisse eine ganz eigene Herausforderung darstellen. Besonders die Halligen Oland und Langeneß müssen sich den Launen des Februars mit seinen ausgedünnten Fährverbindungen und potenziellen Sturmfluten stellen. Heidi Petersen, die engagierte Bürgermeisterin der beiden Halligen, spricht von einer 'Herausforderung' und betont die Komplexität der Lage, sollte es gar zum gefürchteten 'Landunter' kommen. In einem solchen Fall wäre der Zugang zu den Wahlurnen für viele Wähler schlichtweg unmöglich. Ungeachtet dessen wird auf Langeneß ein Wahllokal bereitgestellt, denn die Ausübung des Wahlrechts gehört zur demokratischen Tradition der Region. Petersen zeigt sich optimistisch: 'Wir hoffen natürlich, dass wir nicht ‚Landunter‘ bekommen.'
Anders sieht es auf der Hallig Hooge aus. Dort wird in diesem Jahr keine Wahlurne aufgestellt. Michael Klisch, der Bürgermeister von Hooge, erklärt, dass die Wahlunterlagen in diesem Fall auf der Nachbarinsel Pellworm gesammelt werden. Logistische Hürden verhindern eine dezentrale Wahlabwicklung auf Hooge, denn die witterungsbedingten Ausfälle der Fährverbindungen machen es beinahe unmöglich, die Unterlagen rechtzeitig anzuliefern. Gröde hingegen setzt komplett auf die Briefwahl, da die zehn wahlberechtigten Einwohner die gesetzlichen Anforderungen an die Geheimhaltung bei der Stimmenauszählung nicht erfüllen können. Somit wurde die Hallig Gröde mit einem anderen Wahlbezirk zusammengeführt.
Im Kreis Nordfriesland sah man sich gezwungen, winzige Wahlbezirke zusammenzulegen, um das Wahlgeheimnis wahren zu können. Ein Sprecher des Kreises erläutert, dass mindestens 30 Stimmzettel pro Wahlbezirk notwendig sind, um dieses zu gewährleisten. Aus diesem Grund wurden Langeneß und Gröde sowie Hooge und Pellworm zu gemeinsamen Wahlbezirken vereint. Eine Briefwahl bleibt nötig und möglich, sollte der Zugang zu Wahlurnen witterungsbedingt eingeschränkt sein. Doch was passiert, wenn am offiziellen Wahltag am 23. Februar tatsächlich 'Landunter' herrscht? Der Kreis Nordfriesland hat bereits vorgesorgt: In diesem Fall müsste die Wahl auf den betroffenen Halligen verschoben werden.

