Hapag-Lloyd expandiert mit Milliardenübernahme in Israel

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd stärkt ihre Position als fünftgrößte Containerreederei der Welt durch den strategischen Erwerb der israelischen Konkurrenz Zim. Für einen Betrag von über vier Milliarden US-Dollar wird die in Haifa ansässige Zim in das Portfolio von Hapag-Lloyd aufgenommen. Diese wegweisende Vereinbarung wurde am Montag in Tel Aviv offiziell besiegelt, wie Vorstandschef Rolf Habben Jansen bekanntgab.
An der Börse löste die Nachricht allerdings keine Euphorie aus. Die Aktien von Hapag-Lloyd sackten um 8,3 Prozent ab und erreichten mit gut 110 Euro den tiefsten Wert seit rund drei Monaten. Eine Analystin von JPMorgan kommentierte, dass die Konsolidierung des Marktanteils in der Schifffahrtsbranche momentan mehr Gewicht habe als der unmittelbare Wertzuwachs.
Für das Zustandekommen des Deals müssen weiterhin diverse Genehmigungen eingeholt werden, darunter die Einwilligung des israelischen Staates. Jansen äußerte seine Zuversicht, dass der Zusammenschluss bis zum Jahresende abgeschlossen sein wird. Unter den bedeutendsten Aktionären von Hapag-Lloyd befinden sich die Länder Katar mit 12,3 Prozent und Saudi-Arabien mit 10,2 Prozent Beteiligung.
Im zurückliegenden Geschäftsjahr musste Hapag-Lloyd einen Gewinnrückgang verzeichnen, bedingt durch sinkende Frachtraten. Der vorläufige operative Gewinn (Ebit) belief sich auf eine Milliarde Euro, nachdem in den Vorjahren noch 2,6 Milliarden Euro erreicht worden waren. Nichtsdestotrotz kann das Unternehmen auf ein solides Eigenkapital zurückgreifen, eine Hinterlassenschaft der profitablen Pandemiejahre, als es 2022 einen operativen Gewinn von über 17 Milliarden Euro verbuchte.
Die international agierende Reederei Zim, die über eine eigene Flotte von Containerschiffen verfügt, steht derzeit an zehnter Stelle der führenden Containerreedereien weltweit und wird nun die Kräfte mit Hapag-Lloyd bündeln.

