Hand in Hand: Clinton und Bush für Haiti

16. Januar 2010, 21:51 Uhr · Quelle: dpa
Washington (dpa) - Die Not macht es möglich: Ex-US-Präsident George W. Bush hat für seinen schwachen Auftritt als Krisenhelfer nach dem Hurrikan Katrina von seinem Nachfolger Barack Obama viele verbale Ohrfeigen einstecken müssen.

Nun ernennt Obama ausgerechnet ihn zum Top-Krisenkoordinator für die Erdbebenhilfe in Haiti. Und damit nicht genug: Der Republikaner soll dabei mit seinem demokratischen Vorgänger Bill Clinton Hand in Hand arbeiten. Viele Amerikaner schütteln über das ungleiche «Dreamteam» den Kopf.

«Der Verlust von ziviler Kultur im öffentlichen Dienst in Washington hat zu bekannten Katastrophen wie dem Missmanagement von Katrina geführt», schimpfte der damalige Präsidentschaftskandidat Obama 2008 über die Bush-Regierung. Die musste sich dem Vorwurf stellen, zu lange untätig gewesen zu sein und die Folgen der Flutkatastrophe von New Orleans im August 2005 so verschlimmert zu haben. Bush und seine Behörden hätten nur angemessen auf deutliche Warnungen im Vorfeld reagieren müssen, so der Vorwurf.

Bush hatte seine Mitstreiter stattdessen noch in den höchsten Tönen gelobt, als sich herausstellte, dass die Katastrophe mit über 1800 Toten und rund einer Million Obdachlosen wesentlich glimpflicher hätte ausgehen können.

Jetzt kommt George W. Bush als Krisenhelfer zurück. Und zwar in einer Angelegenheit, der Obamas Regierung «Oberste Priorität» zuspricht. Für das Katastrophenhelfer-Paar «Bush und Clinton» gibt es schon ein Modell: Es heißt «Bush und Clinton». Bushs Vater George senior und Ex-Präsident Clinton hatten 2004 auf Anregung des damaligen Präsidenten George W. Bush kooperiert, als es um die Hilfe für die Tsunami-Region in Asien ging.

Dieses Modell habe Obama neu aufgelegt, sagte sein Sprecher Robert Gibbs in Washington: «Der Präsident glaubt, dass die Partnerschaft, die George W. Bush zwischen seinem Vater und Ex-Präsident Bill Clinton kreiert hat, ein hoch effektiver Weg war.» Nach der ersten Such- und Rettungsaktion brauche Haiti ein langfristiges Hilfsnetz, um wieder auf die Beine zu kommen. Das Gespann der Ex-Präsidenten sei nach Obamas Meinung «das beste und effizienteste Vehikel um es aufzubauen.»

Obama hatte beide Staatmänner am Vorabend angerufen, um sich ihre Zusagen einzuholen. Während George W. Bush sich seit Ende seiner Amtszeit vor einem Jahr aus dem öffentlichen Leben weitgehend zurückgezogen hat, trat Clinton bereits als ausgewiesener Haiti- Experte hervor. Privat wie beruflich verbindet den Chef der Bill-Clinton-Stiftung und UN-Sondergesandten für Haiti viel mit dem bitterarmen Karibikstaat.

Clinton krempelte am Freitag gleich in mehreren TV-Interviews demonstrativ die Ärmel hoch. «Ich denke, wir werden es so machen wie der erste Präsident Bush und ich nach dem Tsunami», sagte Clinton dem Sender ABC, «Unser Ziel ist es, so viel Geld wie möglich zu sammeln und es in die produktivsten Kanäle zu lenken, die wir finden können.» Clinton sei bereits im Gespräch mit zahlreichen Geberländern und privaten Investoren. Nach dem Muster des Obama-Wahlkampfes gab er eine SMS-Nummer an, die Spendenwillige lediglich anwählen können, um direkt zehn Dollar von ihrem Telefonkonto auf das von seiner Stiftung eingerichtete Haiti-Spendenkonto zu lenken.

Während der Schwerpunkt zunächst darauf liege, Überlebende zu retten und Wasser, Lebensmittel und Medikamente ins Land zu bringen, müsse gleichzeitig so schnell wie möglich mit der Instandsetzung der Straßen und des Hafens begonnen werden, um die Logistik in Gang zu bringen, sagte Clinton dem Fernsehsender CNN. Langfristig sehe er gute Chancen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des angeschlagenen Landes. «Ich stimme einfach nicht zu, dass wir dort um 50 Jahre zurückgeworfen worden sind.»

Clintons Krisen-Partner Bush hat sich vorerst mit Interviews noch zurück gehalten. Doch der Sprecher des Weißen Hauses, Gibbs, schlug vor Journalisten eine Bresche für den Vorgänger seines Chefs: «Sehen sie, wenn ich mit jedem, den ich einmal kritisiert habe, nie wieder in einer Sache zusammenarbeite, in der wir uns einig sind, würden bald 300 Millionen Menschen herumlaufen, die unfähig wären miteinander zu reden.»

Erdbeben / USA / Haiti
16.01.2010 · 21:51 Uhr
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