Hamborner Reit fokussiert sich neu: Vom Büro zur Nahversorgung

Der Büromarkt in Deutschland wird durch veränderte Arbeitsmodelle, demografische Entwicklungen und die fortschreitende Digitalisierung auf den Kopf gestellt. Dies bleibt auch beim Immobilienkonzern Hamborner Reit nicht ohne Folgen. Das Unternehmen plant eine strategische Neuausrichtung und will den Büroanteil am Gesamtportfoliovolumen mittelfristig auf 10 bis 20 Prozent reduzieren. Stattdessen soll der Fokus verstärkt auf Einzelhandelsimmobilien im Bereich der Nahversorgung sowie auf Baumärkte gelegt werden. Der Markt biete nach Angaben von Hamborner Reit eine vergleichsweise hohe Stabilität und attraktive Zukunftsaussichten. Nach Bekanntgabe dieser Neuorientierung fiel der Aktienkurs zwischenzeitlich um rund 6 Prozent.
Um die Marktdurchdringung zu optimieren, plant Hamborner Reit zudem eine Anpassung der Investitionskriterien. Zukünftig sollen auch Einzelhandelsobjekte mit einem Ankaufsvolumen unter zehn Millionen Euro ins Visier genommen werden. Ebenso ist ein Umdenken in der geographischen Ausbreitung vorgesehen, bei der der Fokus nicht mehr ausschließlich auf Metropolregionen liegt.
Für das kommende Jahr prognostiziert Hamborner Reit einen Rückgang der Miet- und Pachterlöse, hauptsächlich bedingt durch die Immobilientransaktionen im Jahr 2025. Die Einnahmen könnten auf 87,5 bis 89,5 Millionen Euro sinken, verglichen mit den für das Vorjahr erwarteten 89,5 bis 90,5 Millionen Euro. Auch die operative Kennzahl Funds from Operations (FFO) wird 2026 voraussichtlich niedriger ausfallen, mit erwarteten 38 bis 42 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen für 2025 noch 44 bis 46 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat. Der Rückgang ist sowohl durch die gesunkenen Mieterträge als auch durch gestiegene Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr begründet.
Hamborner Reit kündigte an, weitere Einzelheiten im Rahmen der Veröffentlichung der 2025er-Zahlen am Donnerstag bekanntzugeben.

