GWW-Sonnenhaus wurde als erster Mehrfamilienhaus-Neubau Sachsen-Anhalts mit „Grüner Hausnummer Plus“ ausgezeichnet
Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann und LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein überreichten Auszeichnung in Wernigerode

31. Mai 2026, 10:38 Uhr · Quelle: Pressebox
GWW-Sonnenhaus wurde als erster Mehrfamilienhaus-Neubau Sachsen-Anhalts mit „Grüner Hausnummer Plus“ ausgezeichnet
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Baubeteiligte und GWW-Team rund um Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann (Mitte) und GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann freuen sich über die Auszeichnung.

Wernigerode, 31.05.2026 (PresseBox) - Das energiealternative Wohnprojekt der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Sonnenhaus, wurde als erster Mehrfamilienhaus-Neubau Sachsen-Anhalts mit der „Grünen Hausnummer Plus“der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) ausgezeichnet. GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann nahm die Ehrung aus den Händen von Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann und LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein entgegen.

Das GWW-Sonnenhaus gilt seit seiner Eröffnung im Frühjahr 2025 als neue Adresse Wernigerodes für Mieter, die energieautark und nebenkostengünstig wohnen wollen. Auch Technik- und Energieexperten sowie Bauplaner können hier erleben, wie man innovative Architektur und volle Ausbeute der Sonnenenergie in einem kommunalen Mehrfamilienhaus vereint. Das Sonnenhaus weist in die Zukunft des städtischen Bauens und ist dabei Pionier in Wernigerode und darüber hinaus.

Deutschlandweit sind es schätzungsweise nur 30 bis 50 Mehrfamilienhaus-Projekte, die den strengen Kriterien für die „Grüne Hausnummer Plus“ entsprechen und eine Auszeichnung erhielten. Von den insgesamt 83 „Grünen Hausnummern“, die bis Mai 2026 in Sachsen-Anhalt vergeben wurden, tragen insgesamt nur etwas mehr als ein Dutzend das Zusatz-Prädikat „Plus“.

Herzstück des modernen GWW-Mehrfamilienhauses ist seine neuartige Energieversorgung, deren Ausgangspunkt die Sonne ist. Auf dem Dach finden sich nicht nur flächendeckend Photovoltaik-Module zur Stromerzeugung, sondern auch eine Solarthermie-Anlage zur Speisung einer Fußbodenheizung.

Insgesamt kann in den Monaten April bis Oktober allein durch die Sonne eine komplett autarke Gebäudebeheizung erreicht werden. Im Winter hilft bei Minusgraden eine CO2-neutrale Holzpellet-Heizung. Die Dreifachverglasung sorgt dafür, dass Wärme im Gebäude gehalten wird, und ein großer, isolierter Pufferspeicher im Keller hält überschüssige Wärme bis zu zwei Wochen.

Im Inneren entstanden 15 hochwertige Wohneinheiten mit zwei bis vier Räumen, darunter auch Maisonette-Wohnungen, für unterschiedliche Mieter-Zielgruppen: barrierefrei im Erdgeschoss, mit offenen Küchen und Terrassen, Balkonen oder Loggien an jeder Wohnung sowie Parkplätzen mit E-Ladeinfrastruktur.

Energieminister Willingmann lobt die GWW für das engagierte Projekt und die Pionierleistung in Technik und Architektur. „Davon profitieren Mieterinnen und Mieter durch geringe Nebenkosten sowie das Klima durch weniger Emissionen. Das muss Schule machen“, hob er hervor.

LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein in seiner Begründung: „Mit der „Grünen Hausnummer Plus“ machen wir vorbildliche Bauprojekte sichtbar, die zeigen, wie energieeffizientes Bauen und hohe Wohnqualität Hand in Hand gehen können. Der Neubau der GWW verbindet Klimaschutz, soziale Aspekte und städtebauliche Qualität auf überzeugende Weise. Solche Projekte sind wichtige Impulse für die Energiewende im Gebäudebereich und Vorbilder für zukünftige Bauvorhaben in Sachsen-Anhalt.“

GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann dankte im Namen seines gesamten Teams für die Auszeichnung. „Unser Sonnenhaus ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes und Einzigartiges. Das wird nun auch mit der „Grünen Hausnummer Plus“ gewürdigt.

Welcher Vermieter kann schon von sich sagen, dass er seinen Mietern den am Tag erzeugten Strom aus den PV-Anlagen auf dem Dach schenkt. Wir tun es, indem wir die 16 einzelnen PV-Anlagen vom Dach jeweils den einzelnen Wohnungen zugeordnet haben. Eine PV-Anlage mit Speicher speist den Allgemeinstrom, wie zum Beispiel das Treppenhauslicht. Jeder Mieter kann so über seinen eigenen Wechselrichter entscheiden, ob er zum Beispiel seine Waschmaschine am Tag anstellt und damit zum Sonnen-Nulltarif arbeiten lässt. So bestimmt jeder selbst, wie hoch seine Nebenkosten ausfallen. Die Sonne hilft ihm, bis zu 50 Prozent Nebenkosten zu sparen, wenn er mitdenkt. Damit schaffen wir ein ganz neues Energiebewusstsein in der Mieterschaft, das zudem dem Klimaschutz dient.“

Der GWW-Geschäftsführer regte aber auch ein Umdenken im kommunalen Wohnungsbau an. „Nicht das rein wirtschaftlich optimierte Arbeiten, sondern das Schaffen nachhaltigen Wohnraums, der langfristig lebenswert bleibt, muss unser Ziel sein. Nichts verkörpert das besser als unser Sonnenhaus, das jährlich ca. 36 Tonnen CO₂ einspart und zugleich langfristig die Nebenkosten senkt“, so Christian Zeigermann. „Wir sehen eine mögliche Zukunft, in der nicht der Mietpreis, sondern die Nebenkosten ausschlaggebender Faktor für eine Anmietung werden. Hier haben wir deswegen mit einem Konzept angesetzt, das deutschlandweit einmalig ist.“

Noch seien die Energiehäuser ja in der Experimentierphase, so der GWW-Geschäftsführer weiter, aber man merke bereits, dass die GWW mit dem Sonnenhaus die aktuelle Diskussion mitbestimme. Die „Grüne Hausnummer Plus“ werde diese in Sachsen-Anhalt sicher noch stärker befördern.

GWW in Kürze

Die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Tochter der Stadt Wernigerode, verwaltet in der Harzmetropole über 3.000 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 176.000 Quadratmetern. Die Wohnungen befinden sich unter anderem in den Wohngebieten Altstadt, Burgbreite, Stadtfeld, Harzblick und im Ortsteil Benzingerode. Etwa 7.500 der ca. 34.000 Wernigeröder wohnen bei der GWW.

Die GWW verwaltet zudem 28 Gewerbeeinheiten, darunter ein Café, das Wernigeröder Kino Volkslichtspiele, der Fürstliche Marstall, das Krummelsche Haus und ein Kreativloft mit Co-Working-Arbeitsplätzen. Zugleich ist sie Bauherr der August-Hermann-Francke-Grundschule in Wernigerode und des 100-Prozent energiealternativen „Sonnenhauses“. 2024 wurde die GWW mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für die Sanierung das Gebäude-Karrees mit Klimagarten rund um den Wernigeröder Walther-Grosse-Ring ausgezeichnet.

www.gww-wr.de

Die Auszeichnung „Grüne Hausnummer Plus“

Der von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) ins Leben gerufene Auszeichnungswettbewerb „ Grüne Hausnummer „und „Grüne Hausnummer Plus“ startete im November 2017 und richtet sich an alle Eigentümerinnen und Eigentümer neu erbauter oder sanierter Wohngebäude, wohnähnlicher Gebäude sowie beheizter Nichtwohngebäude, die zum Zeitpunkt der Bewerbung definierte Energiestandards oberhalb der gesetzlichen Mindestanforderungen erreichen oder eine Vorreiterrolle im Bereich des nachhaltigen Bauens und Sanierens einnehmen.

Das Zusatzprädikat „Plus“ erhalten Hausbesitzer, die bei der energetischen Sanierung (z. B. Erreichen des Effizienzhaus-Standards) oder beim energieeffizienten Neubau zum Beispiel vorrangig nachhaltige und nachwachsende Baustoffe nutzen.

Alle Bewerberinnen und Bewerber, die von einer Jury geprüfte Qualitätskriterien erfüllen, erhalten ein individuell angefertigtes Hausnummernschild.

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