Goldpreis auf Höhenflug: Unsicherheit treibt Investoren in sichere Häfen
Der Goldpreis zeigt einen bemerkenswerten Aufwärtstrend und hat am Freitag erneut kräftig zugelegt. Treibender Faktor für diese Entwicklung sind die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle von 50 Prozent auf europäische Produkte. Diese Aussicht hat den Preis für eine Feinunze Gold am Nachmittag auf der Londoner Börse auf beachtliche 3.355 Dollar ansteigen lassen, ein Plus von etwa 60 Dollar im Vergleich zum Vortag.
Die Annäherung an das Rekordhoch von April bei 3.500 Dollar ist unübersehbar. Noch im Mai war der Preis auf zwischenzeitlich 3.120 Dollar gefallen, doch die aktuelle Woche brachte eine Aufwertung um rund 150 Dollar. Die jüngste Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU hat die Investoren in Scharen in den traditionellen sicheren Hafen Gold getrieben, nachdem Trump seine Absicht von Zollerhöhungen am 1. Juni über seine Online-Plattform Truth Social verkündet hatte.
Zusätzlich zur Handelsspannung tragen auch die wachsenden Bedenken hinsichtlich der US-Verschuldung zur Attraktivität von Gold bei. Ein von Trump initiiertes Steuer- und Ausgabengesetz, das erst kürzlich das Repräsentantenhaus passiert hat, verspricht Steuererleichterungen langfristig zu verankern, wirft jedoch Fragen zur Nachhaltigkeit der US-Finanzen auf. Rohstoffexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank hebt hervor, dass die jüngste Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch Moody's den Status von US-Staatsanleihen als sicherer Hafen weiter untergräbt und Gold deshalb stärker nachgefragt wird.
Der seit 2020 zu beobachtende Aufwärtstrend des Goldpreises, der sich verdoppelt hat, ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: geopolitische Unsicherheiten, die hohe Inflation und die gestiegene Nachfrage seitens der Zentralbanken. Für Anleger bleibt Gold in turbulenten Zeiten die bevorzugte Investmentoption.

