Gold in der Warteschleife: Fed-Entwicklungen und Dollarstärke bremsen Aufwärtsdrang
Aktuell kämpft der Goldpreis mit einer Konsolidierung der letzten starken Wertsteigerungen, da die Händler mit neuer Vorsicht auf die Perspektiven zukünftiger Zinssenkungen der US-Notenbank reagieren und ein stärkerer Dollar den Goldpreis zusätzlich belastet.
Noch etwa 60 Dollar unterhalb des am Mittwoch erreichten Rekordhochs, welches durch die Ankündigung einer 25 Basispunkte umfassenden Zinssenkung der US-Zentralbank ausgelöst wurde, verblieb der Goldpreis. Der Rückgang folgte unmittelbar nach Kommentaren von Fed-Chef Jerome Powell, die vorsichtiger waren als erwartet. Powell betonte, dass eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik von Sitzung zu Sitzung entschieden werde. In der Regel profitieren niedrigere Zinsen den Goldpreis, da das Edelmetall keine Zinsen zahlt.
Powells Aussagen stärkten zudem den US-Dollar, was den Goldpreis in anderen Währungen teurer macht, und damit für zusätzlichen Gegenwind sorgt.
Die Händler preisen dennoch fast zwei weitere Zinssenkungen für dieses Jahr ein, was angesichts eines zuvor starken Preisanstiegs von 38% durch die Erwartung geldpolitischer Lockerungen als Haupttreiber verfügt. Die Preise fanden zudem Unterstützung in der Flucht in sichere Häfen infolge geopolitischer Spannungen und Auswirkungen von Donald Trumps Zollpolitik. Zusätzlich sorgten vermehrte Ankäufe von Zentralbanken sowie steigende Bestände in börsengehandelten Fonds für einen großen Nachfrageimpuls.
Zukunftsorientiert könnte die anhaltende Debatte um die Unabhängigkeit der Fed die Goldrally weiter befeuern. Gouverneurin Lisa Cook führt derzeit einen Rechtsstreit mit Trump, der versuchte, sie wegen Vorwürfen zu Hypothekenbetrug zu entlassen, während wirtschaftlicher Berater Stephen Miran rasch in die Fed eingeführt wurde, um eine vorübergehende Vakanz zu füllen. Bemerkenswert war, dass Miran als einziger gegen die jüngste Zinssenkung gestimmt hatte und sich stattdessen für einen stärkeren halben Punkt senkte aussprach.
Überdies bleibt der Goldpreis nahezu unverändert bei $3.646,17 pro Unze, was ihn für die Woche auf gleichem Niveau hält. Der Bloomberg Dollar Spot Index zeigte ebenfalls keine Veränderung. Während Silber, Platin und Palladium Preisanstiege verzeichneten, nutzt Zijin Gold International Co., eine Sparte des größten chinesischen Bergbauunternehmens, die hohen Goldpreise als Rückenwind für einen Börsengang in Hongkong, der voraussichtlich der größte seiner Art seit Mai dieses Jahres sein wird.

