Globale Ungleichheit im Fokus: Stiglitz und Kollegen fordern neue Maßnahmen
Eine alarmierende Studie führender Ökonomen, darunter der bekannte Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, wirft ein Schlaglicht auf die eskalierende Ungleichheit weltweit. Mit Blick auf den bevorstehenden G20-Gipfel in Johannesburg haben die Experten eindringlich auf die dramatische Konzentration von Wohlstand hingewiesen.
So haben die reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung von 2000 bis 2024 fast die Hälfte des globalen Vermögens auf sich vereint. Dagegen profitierten die ärmsten 50 Prozent der Menschheit nur marginal, was die Autoren des Berichts als deutliche Benachteiligung interpretieren. Die Studie schätzt, dass in den kommenden zehn Jahren eine kleine Gruppe etwa 70 Milliarden Dollar erben wird – eine Summe, die das Ausmaß der Ungleichverteilung eindrücklich unterstreicht.
Die globale Einkommenskluft, insbesondere zwischen dem Globalen Norden und Süden, bleibt groß. Rund 90 Prozent der Menschen weltweit leben in Ländern, in denen die Einkommensunterschiede erheblich sind. Diese Ungleichheit, so betont der Bericht, gefährdet nicht nur die Demokratie und den sozialen Zusammenhalt, sondern auch wirtschaftliche Stabilität.
Hinzu kommen Ereignisse wie die Pandemie und internationale Handelskonflikte, die einen 'perfekten Sturm' gebildet haben, der die bestehenden Probleme weiter verschärft. Stiglitz und seine Kollegen plädieren für die Einrichtung eines 'Internationalen Gremiums für Ungleichheit', das der internationalen Gemeinschaft und politischen Entscheidungsträgern beratend zur Seite stehen soll – ähnlich dem Weltklimarat.
Zudem wird die Bedeutung von Wirtschaftsreformen betont, die von der Besteuerung bis hin zu arbeitsfreundlichen Regularien reichen. Der diesjährige G20-Gipfel zielt darauf ab, zentrale Themen wie Solidarität, Gleichheit und Nachhaltigkeit zu adressieren. Südafrika, als derzeitiger Vorsitzender, setzt dabei die Minderung der Schuldenlast von Entwicklungsländern und eine gerechte Energiewende auf die Agenda.

