Globale Risiken: Geoökonomische Spannungen bedrohen wirtschaftliche Stabilität
Die Bedrohung durch geoökonomische Konfrontationen nimmt laut einem Bericht des World Economic Forum (WEF) weltweit drastisch zu und wird als größtes Risiko für eine globale Krise im aktuellen Jahr angesehen. Diese Einschätzung beruht auf einer Umfrage unter mehr als 1.300 internationalen Experten aus verschiedenen Sektoren. Dieser Bericht wird wenige Tage vor dem alljährlichen WEF-Gipfel in Davos veröffentlicht, bei dem prominente Persönlichkeiten, einschließlich des US-Präsidenten Donald Trump, erwartet werden. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 18 Prozent der Befragten die geoökonomische Konfrontation als das bedeutendste Risiko betrachten, das die globale wirtschaftliche Landschaft in den kommenden Monaten prägen könnte. Unter geoökonomischer Konfrontation versteht das WEF die strategische Nutzung wirtschaftlicher Mittel durch globale oder regionale Mächte, um bestehende wirtschaftliche Interaktionen zu verändern. Obwohl die US-amerikanische Politik nicht ausdrücklich genannt wird, beschreibt der Bericht Szenarien wie Exportbeschränkungen und Investitionskontrollen, die gängige Instrumente im Repertoire zahlreicher Nationen darstellen. Neben diesen Konfrontationen sehen die Experten staatliche Konflikte und Extremwetterereignisse als weitere ernste Bedrohungen. Während staatliche Konflikte im Vorjahr noch an erster Stelle standen, hat die wachsende Besorgnis über geoökonomische Spannungen diesen Aspekt nun in den Hintergrund gedrängt. Langfristig betrachtet bleiben Extremwetter und der Verlust der Biodiversität bedeutende Risikofaktoren. Das diesjährige Davos-Treffen markiert ein erstes, bedeutendes Zusammenkommen nach dem Abschied von WEF-Gründer Klaus Schwab. WEF-Chef Børge Brende betont die Bedeutung des Dialogs in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen, wobei der jährliche Austausch in Davos eine Plattform bieten soll, um globale Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden.

