Gewaltiger Erdfall in Thüringen reißt Gebäudeteile mit sich

20. Februar 2016, 21:08 Uhr · Quelle: dpa

Nordhausen (dpa) - Das Riesenloch wirkt wie ins Pflaster hineingeschnitten. Am Rand klaffen die offenen Wände zweier halb eingestürzter Häuser und geben den Blick auf die Möbel frei: In Nordhausen hat ein urplötzlich entstandener, mehr als 40 Meter tiefer Krater Teile von zwei Betriebsgebäuden verschluckt.

Die Gebäudeteile stürzten in das mit Wasser gefüllte Loch. Die Behörden gehen davon aus, dass ein unterirdischer Hohlraum zu dem Erdfall am Freitagabend führten. Der Krater hat nach Angaben des Landratsamtes Nordhausen vom Samstag einen Durchmesser von rund 30 Metern. In Thüringen haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder Erdfälle ereignet.

Verletzt wurde niemand. Für benachbarte Wohnhäuser besteht nach Angaben von Stadt- und Kreisverwaltung keine unmittelbare Gefahr. Der Krater soll am Sonntag weiter untersucht und am Montag mit Kies verfüllt werden. Schätzungsweise 70 000 Tonnen Erdreich, Kies und Geröll seien in den Krater gerutscht, teilten die Behörden mit. Experten des Landesbergamtes und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) machten sich am Samstag ein Bild vom Ausmaß des Erdfalls. Ein Hubschrauber kreiste über dem weiträumig abgesperrten Gelände, um die Tiefe des Kraters mit einem Lot auszumessen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr brachten Messtechnik an einem Streusalzsilo auf dem Gelände an, um mögliche weitere Erdbewegungen feststellen zu können. Zahlreiche Schaulustige beobachteten aus sicherer Distanz hinter der Absperrung das Geschehen.

Zum Zeitpunkt des Erdfalls am Freitagabend hatten sich in den Büro- und Garagengebäuden keine Menschen aufgehalten. Entdeckt wurden die zunächst zwei Löcher, die sich später zu einem verbanden, durch Feuerwehrleute. Sie hatten während einer Übung auf einem Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft ein Rumoren aus der Erde gehört.

Die Fachleute gehen davon aus, dass ein Hohlraum in 100 bis 150 Metern Tiefe den Erdfall ausgelöst hat. Der Untergrund bestehe aus Gips und Anhydrit und ist nach Einschätzung der TLUG wohl über einen längeren Zeitraum ausgespült worden. «Das hat gerauscht wie ein Wasserfall», sagte die Sprecherin des Landratsamtes», Jessica Piper. Das Wasser sei wohl aus dem Hohlraum durch die nachrutschenden Erdmassen nach oben gepresst worden. Über dem Krater habe sich eine große Dunstwolke entwickelt.

Dem Landkreis zufolge hatte es auf dem Gelände schon im März 2010 einen Erdfall gegeben, allerdings einen kleineren. Bei den damaligen Untersuchungen seien weder Wasser noch Hohlräume gefunden worden. Erst vor kurzem wurde das Gelände für die Servicegesellschaft des Landkreises freigegeben, die den Straßenbetriebsdienst übernommen hat. Auf dem ehemaligen Gelände des Katastrophenschutzes sind heute Streu- und Räumfahrzeuge der Servicegesellschaft untergestellt. Sie konnten am Abend alle aus der Gefahrenzone gebracht werden.

In Thüringen haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder Erdfälle ereignet. Betroffen war vor allem Tiefenort im Wartburgkreis. Im November 2011 sackte in Schmalkalden mitten in einem Wohngebiet die Erde ein. Ein Auto, Teile einer Straße und von Garagen stürzten in den 12 Meter tiefen Krater.

Notfälle / Thüringen
20.02.2016 · 21:08 Uhr
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