Gerresheimer: Wachstumsimpulse durch Bormioli-Übernahme
Der Düsseldorfer Hersteller von Verpackungslösungen für die Pharma- und Kosmetikindustrie, Gerresheimer, hat im Zuge der kürzlich vollzogenen Übernahme von Bormioli Pharma aus Italien einen beachtlichen Wachstumsschub erlebt. Trotz eines geringeren Eigenwachstums wurden die Geschäftsergebnisse durch die Akquise positiv beeinflusst, was die strategischen Maßnahmen des Unternehmens bezüglich seiner Marktposition unterstreicht.
Die Kosmetik-Sparte schwächelte, was zu einem langsamen Start ins Geschäftsjahr führte. Insbesondere die verzögerte Nachfrage auf dem Markt für Spritzen bremste zunächst das Wachstum. Gleichwohl konnte das Unternehmen im ersten Quartal dank der Konsolidierung von Bormioli Pharma ein Einnahmenplus von 11,6 Prozent verzeichnen, was einem Umsatz von über 520 Millionen Euro entspricht – ein Ergebnis, das die Erwartungen der Analysten teilweise übertraf.
Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um beachtliche 13 Prozent, während die organischen Zahlen Rückgänge zeigten. Anleger blickten optimistisch auf die angekündigte Fortführung des profitablen Wachstums ab dem zweiten Quartal. Vorstandsvorsitzender Dietmar Siemssen äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich zukünftiger Chancen, insbesondere durch erwartete Spritzenumsätze und neue Produktionslinien.
Langfristig strebt Gerresheimer danach, seine operative Marge weiter zu erhöhen und bis 2024 ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent zu erzielen. An der Börse zeigte sich der Kursverlauf von Gerresheimer volatil. Nachdem Übernahmespekulationen und ein globaler Handelskonflikt den Kurs drückten, folgt nun eine Erholungsbewegung.
Der Aktienkurs stieg am Morgen um zwei Prozent auf 54,90 Euro, während Ende Februar noch Wertverluste verbucht wurden. Darüber hinaus bleibt die Perspektive einer Übernahme durch Finanzinvestoren im Raum. Gerresheimer sondiert weiterhin potenzielle Strategien für das Behälterglas-Geschäft, während der Finanzinvestor Warburg Pincus als Interessent verbleibt, nachdem KKR das Konsortium verlassen hat.
Diese Entwicklungen könnten den Wert des Unternehmens nachhaltig beeinflussen und bieten somit Raum für weitere Spekulationen über die künftige Richtung von Gerresheimer.

