Gemeinsame Front gegen westliche Dominanz: Russland und China stärken strategische Bindungen im Rahmen der SOZ
Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping nutzen den Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin, um eine Alternative zur westlich dominierten Weltordnung zu propagieren. Putin kritisiert das veraltete eurozentrische und euroatlantische Modell, während Xi die Notwendigkeit einer Abkehr von alten Block-Denken betont. Beide Staatsoberhäupter unterstreichen, dass ein Zusammenhalt außerhalb der USA und Europas dringend gefördert werden müsse. Die SOZ, die vorrangig aus autoritären Staaten besteht, ist bestrebt, ein geopolitisches Gegengewicht zu westlichen Bündnissen zu bieten.
Chinas Präsident Xi, unterstützt von Außenminister Wang Yi, präsentiert die von ihm vorgeschlagene Initiative für globale Regierungsführung als Höhepunkt des Treffens. Diese Initiative sieht die Förderung des Multilateralismus und das Teilhaben aller Länder an internationalen Entscheidungen vor. Wang Yi kritisiert, dass das Monopol einiger weniger Länder auf die globale Regierungsführung unannehmbar ist. Xi verweist zudem auf die beachtlichen wirtschaftlichen Erfolge der SOZ-Staaten, die gemeinsam eine jährliche Wirtschaftsleistung von fast 30 Billionen US-Dollar erzielen.
Der Gipfel endet mit der Unterzeichnung einer Erklärung, die Handelszwänge verurteilt und militärische Angriffe auf den Iran und Vorfälle in Kaschmir anprangert. Der Ukraine-Krieg bleibt unerwähnt, obwohl Modi ein Ende der Feindseligkeiten fordert. Putin und Modi zeigen in der Öffentlichkeit ihre enge Zusammenarbeit, während Putin nach Gesprächen mit Erdogan weiterhin die Rolle der Türkei als Gastgeber von Friedensgesprächen hervorgehoben sieht. Die Sitzung zeigt, dass die SOZ versucht, internationale Spannungen zu minimieren, jedoch Herausforderungen wie den langanhaltenden Grenzkonflikt zwischen China und Indien ansehen muss.
Angesichts wachsender globaler Instabilität hebt Xi hervor, dass die SOZ eine größere Verantwortung für die Sicherung von Frieden und Stabilität trägt. Das gestörte Verhältnis zwischen den USA und anderen Staaten bietet der SOZ zudem Chancen, ihr Gewicht in der internationalen Politik zu stärken, speziell nachdem die USA unlängst Strafzölle auf indische Importe drastisch erhöht haben. Im Anschluss an den Gipfel bleibt Putin für weitere Gespräche und symbolträchtige Veranstaltungen, wie die Teilnahme an einer Militärparade in Peking, in China.

