Gaza-Krieg: Israel setzt Angriffe fort, während die Hamas ins Wanken gerät
Die brutale Auseinandersetzung zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen geht in die neunte Woche und die Israelische Armee setzt ihre Angriffe fort. Insbesondere in den Städten Chan Junis und Dschabalia wurden in der Nacht zum Sonntag Ziele angegriffen. Nach Angaben von Israels Nationalem Sicherheitsberater Zachi Hanegbi wurden bereits etwa 7000 Hamas-Terroristen getötet. Der Israelischen Armee ist es gelungen, in den Gefangenenverhören herauszufinden, dass die Hamas-Führung unter Sinwar die Realität leugnet und ihre Kämpfer sich in einer schwierigen Lage befinden. Es ist jedoch nicht möglich, diese Informationen unabhängig zu überprüfen.
Ein Video aus dem nördlichen Gazastreifen kursiert derzeit im Internet. Darin ist ein mutmaßlicher Hamas-Kämpfer zu sehen, der seine Waffe vor einem israelischen Soldaten niederlegt. Dieses Video soll zeigen, dass sich immer mehr Hamas-Kämpfer ergeben. In den letzten Tagen veröffentlichten israelische Medien zudem Bilder von Palästinensern, die in Unterhosen festgenommen wurden. Es bleibt jedoch unklar, wie viele Hamas-Kämpfer sich tatsächlich ergeben haben und wie viele noch aus dem Tunnelsystem kämpfen.
Laut Israels Nationalem Sicherheitsberater rücken israelische Einheiten nun auch den Kommandozentralen der Hamas in Dschabalia und Schedschaija immer näher. Eine totale Niederlage der Hamas würde den Weg zur Befreiung der 138 verbliebenen Geiseln ebnen.
Parallel zum Gaza-Krieg treibt das US-Außenministerium den Verkauf von Panzermunition an Israel voran. Dabei umgeht es das normale Prüfverfahren im US-Kongress mit Hilfe einer Dringlichkeitsklausel im Waffenexportkontrollgesetz. Gleichzeitig scheiterte ein Resolutionsentwurf für einen humanitären Waffenstillstand im Weltsicherheitsrat aufgrund eines US-Vetos.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen verschlechtert sich weiter. Laut der UN ist die Hälfte der Bevölkerung inzwischen von Hunger betroffen, Kinder trinken Meerwasser und es gibt zahlreiche Krankheitsfälle in den Notunterkünften. Das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis ist überfordert und kann die vielen Opfer nicht mehr bewältigen.
Der Gaza-Krieg überschattet auch die Präsidentenwahl in Ägypten, die am Sonntag beginnt. Es besteht die Sorge, dass die Sinai-Halbinsel zum Ausgangsort neuer Angriffe auf Israel werden könnte, wenn Bewohner aus dem Gazastreifen dorthin flüchten. Gleichzeitig fürchtet Ägyptens Regierung eine dauerhafte Vertreibung.
Der Gaza-Krieg wurde ausgelöst durch ein Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt hatten. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Die genaue Zahl der getöteten Palästinenser liegt bei etwa 17.700. Die Zahlen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden, jedoch haben sich die Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in der Vergangenheit als glaubwürdig erwiesen.
Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben gedroht, künftig Schiffe auf dem Weg nach Israel im Roten Meer zu hindern. Lediglich Frachtern mit Hilfsgütern würde die Durchfahrt gewährt werden. Die Huthi-Rebellen greifen Israel seit Beginn des Gaza-Krieges immer wieder mit Drohnen und Raketen an.
Wichtige Termine am Sonntag sind die Sitzung des Exekutivrats der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf zur Lage in den von Israel besetzten Gebieten und der Beginn der Präsidentenwahl in Ägypten. (eulerpool-AFX)

