Treffen in Kanada

G7-Gipfel mit Trump: Das Fiasko von Kanada 2018

16. Juni 2025, 04:30 Uhr · Quelle: dpa
Ein Debakel und ein symbolträchtiges Foto: Als Kanada zuletzt einen G7-Gipfel ausrichtete, ging er in die Geschichtsbücher ein. Sieben Jahre später in den Rocky Mountains ist die Ausgangslage ähnlich.

Kananaskis (dpa) - Es war ein historischer Eklat: Wenn die G7-Staaten heute ihre Beratungen in den kanadischen Rocky Mountains beginnen, ist die Erinnerung an den letzten Gipfel der Staatengruppe in Kanada 2018 sehr präsent. Der kanadische Sender CBC spricht gar vom «Gespenst von Charlevoix». Denn das Treffen der wichtigen demokratischen Wirtschaftsmächte endete in einem Fiasko, als US-Präsident Donald Trump - damals in seiner ersten Amtszeit - den mühsam errungenen Gipfelkompromiss im Nachhinein platzen ließ.

Sieben Jahre später hat Kanada nun turnusmäßig erneut den Vorsitz der Staatengruppe - und dürfte ein ähnliches Drama unbedingt vermeiden wollen. Zumal die Ausgangslage recht ähnlich ist: Erneut ist Trump in Washington am Ruder, erneut gibt es tiefgreifende Differenzen zwischen den USA und den anderen G7-Mitgliedern. Und wieder steht die Frage im Raum, ob der Westen mit Trump im Weißen Haus noch zusammenfindet.

Was war 2018 passiert?

Die USA und die anderen G7-Staaten hatten sich bei dem Gipfel in La Malbaie bei Québec trotz großer Unterschiede bei den Themen Handel und Klimaschutz in letzter Minute zu einer achtseitigen Abschlusserklärung durchgerungen. Doch vier Stunden nach seiner Abreise zog Trump seine Zustimmung zu dem Text zurück - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der G7.

Als Grund nannte er «falsche Aussagen» des damaligen kanadischen Premierministers Justin Trudeau, den er als «sehr unehrenhaften und schwachen» Gastgeber bezeichnete. Trudeau hatte bei seiner Abschluss-Pressekonferenz zu kanadischen Gegenmaßnahmen gegen US-Strafzölle geäußert: Kanadier seien freundlich und vernünftig, «aber wir lassen uns nicht herumkommandieren».

Ein Bild und seine Wirkung

Dabei waren die Verhandlungen zwischen Trump und den anderen Staats- und Regierungschefs schon vorher alles andere als einfach. In Erinnerung blieb vor diesem Hintergrund ein symbolträchtiges Foto der Beratungen, veröffentlicht vom Bundespresseamt.

Darauf ist der US-Präsident zu sehen, der in der rechten Ecke des Bildes mit verschränkten Armen auf einem Stuhl sitzt. Auf der linken Seite des Bildes sind Vertreter anderer G7-Staaten zu sehen. Sie alle stehen, in der Mitte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich leicht vorbeugt, ihre Hände auf den Tisch stützt und Trump anschaut.

Das Bild wurde damals in sozialen Netzwerken viel kommentiert. Ein Mitarbeiter von Trump veröffentlichte per Twitter ein Bild der gleichen Situation - allerdings aus einer anderen Perspektive. Darauf sieht es aus, als würde Trump in der Mitte sitzen, umringt von Menschen, die ihm zuhören.

Droht diesmal ein neuer Eklat?

Angesichts der massiven Differenzen wurde diesmal vorab darauf verzichtet, eine umfassende Abschlusserklärung auszuhandeln. Stattdessen soll es einzelne Erklärungen zu bestimmten Themen geben. Heißt: Bei Streitpunkten wie dem Ukraine-Krieg oder dem Klimaschutz müssten die Staats- und Regierungschefs gar nicht erst versuchen, irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Welche Dynamik sich zwischen Trump und den anderen beim Gipfel im Urlaubsort Kananaskis entwickelt, ist aber letztlich unvorhersehbar.

G7 / Gipfel / Internationale Beziehung / Kanada / USA / Deutschland / Frankreich / Italien / Japan / Großbritannien / Europa / Hintergrund
16.06.2025 · 04:30 Uhr
[1 Kommentar]
Anti-Iran-Protest (Archiv)
Köln - Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt vor Bemühungen des Irans, im Krieg mit Israel und den USA zerstörte Kapazitäten mithilfe illegaler Exporte aus Deutschland wieder aufzubauen. "Bei einem Fortbestehen der bisherigen Führung ist davon auszugehen, dass die Instandsetzung und der Wiederaufbau von Anlagen durch die illegale Beschaffung […] (00)
vor 16 Minuten
Daniel Radcliffe
(BANG) - Daniel Radcliffe hat "tiefgreifendes Glück" gefunden, seit er Vater geworden ist. Der britische Schauspieler – der bereits im Alter von elf Jahren als titelgebender Zauberlehrling in der 'Harry Potter'-Filmreihe berühmt wurde – glaubt, dass sein jüngeres Ich ihn heute nicht wiedererkennen würde. Damals sei er "zutiefst unglücklich" gewesen, […] (00)
vor 20 Stunden
iPhone 18 Pro offenbar ohne schwarze Farbvariante
Einem aktuellen Gerücht zufolge wird Apple bei den kommenden iPhone 18 Pro Modellen auf ein schwarzes Gehäuse verzichten. Zum Vergleich: Die derzeitige iPhone 17 Pro Serie ist in den markanten Farben Silber, Cosmic Orange und Deep Blue erhältlich. iPhone im Business, Quelle: Unsplash Kein Schwarz für die iPhone 18 Pro Modelle Wie der bekannte […] (00)
vor 14 Stunden
Switch 2: Ehemaliger Nintendo-Mitarbeiter warnt vor kommendem Preisanstieg
Die Nintendo Switch 2 ist seit ihrem Launch eine der meistgekauften Konsolen des Jahres – doch wer noch mit dem Kauf gehadert hat, könnte bald in eine unangenehme Situation geraten. Ein ehemaliger Nintendo-Vertriebsmitarbeiter hat sich öffentlich zu den Preisentwicklungen des Unternehmens geäussert, und seine Einschätzung lässt aufhorchen. Was der Ex- […] (00)
vor 15 Stunden
«Peppa Pig»: Adam Redfern wird neuer Showrunner der Kultserie
Die Vorschulserie erhält nach über 20 Jahren eine neue kreative Leitung. Die Animationsmarke Peppa Pig stellt sich personell neu auf: Adam Redfern übernimmt künftig die Rolle des Showrunners und verantwortet damit die kreative Ausrichtung der Serie. Der Autor, der unter anderem an «The Adventures of Paddington» gearbeitet hat, wurde von Hasbro verpflichtet. Redfern soll die Entwicklung von […] (00)
vor 1 Stunde
Joachim Löw
Berlin (dpa) - Um Weltmeister-Trainer Joachim Löw gibt es ein überraschendes und wenig glaubhaftes Comeback-Gerücht - und der 66-Jährige räumt es auch schnell aus der Welt. Laut des Portals «ghanasoccernet» könnte Löw für die anstehende Fußball-WM die Nationalmannschaft Ghanas als Trainer übernehmen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. «Mit mir hat […] (03)
vor 15 Stunden
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, bargeldlos, berlin
US-Senator Richard Blumenthal hat seine Untersuchung gegen die Kryptobörse Binance intensiviert und am 1. April ein weiteres Schreiben an den Co-CEO Richard Teng gesendet. Darin fordert er Erklärungen zu offensichtlichen Diskrepanzen zwischen den Aussagen von Binance vor dem Senat und späteren Medienberichten über Transaktionen im Zusammenhang mit Iran. […] (00)
vor 27 Minuten
Von  "Meuterei auf der Bounty" zur Pn-Domain
Koeln, 03.04.2026 (PresseBox) - Es beginnt, wie große Geschichten oft beginnen: mit zu viel Ordnung. An Bord der HMS Bounty herrscht im Jahr 1789 ein Regiment aus Disziplin und Härte. William Bligh, ein Mann von eiserner Selbstkontrolle, führt seine Mannschaft durch die Weiten des Pazifiks – und zugleich in eine immer engere innere Enge. Denn draußen […] (00)
vor 13 Stunden
 
Schweißer bei der Arbeit (Archiv)
Berlin - In Deutschland ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Industrie […] (00)
Vernichtungsschlag oder Wahnsinn? Trumps widersprüchliches Beben lässt die Welt erzittern
Der totale Sieg steht auf tönernen Füßen Donald Trump liebt die große Bühne, doch […] (08)
Alcatraz
San Francisco/Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump will im Haushalt 2027 […] (03)
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat eine Anordnung unterzeichnet, um die […] (05)
Der Aufstieg von KI im Immobilienmarketing In einer Landschaft, in der der erste […] (00)
Chuck Norris
(BANG) - Die Familie von Chuck Norris hat Fans davor gewarnt, dass mehrere KI- […] (00)
Apple verschickt Einladungen für die WWDC 2026 im Apple Park
Apple hat offiziell die Einladungen an die glücklichen Gewinner […] (00)
Assassin’s Creed – Xbox Free Play Days und zusätzlich Rabatte im Store
Während der Xbox Free Play Days können vom 2. bis 6. April alle Xbox-Spieler: innen […] (00)
 
 
Suchbegriff