G20-Treffen: Südafrikas Präsident warnt vor nachlassendem Multilateralismus
Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat bei einem hochrangigen Treffen der G20-Finanzminister eine klare Warnung ausgesprochen: Ein Rückgang der internationalen Kooperation könnte das globale Wachstum und die Stabilität ernsthaft gefährden. Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten und zunehmenden Spannungen unterstrich Ramaphosa die Bedeutung der Zusammenarbeit der G20-Staaten.
Das zweitägige Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs, das dieses Mal in Kapstadt stattfand, verzeichnet einige prominente Abwesenheiten. Hochrangige Vertreter aus den USA, China, Japan, Indien und Kanada haben ihre Teilnahme abgesagt. Der US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf sozialen Medien, dass Verpflichtungen in Washington seine Anwesenheit verhinderten. Bereits zuvor äußerte US-Außenminister Marco Rubio Zweifel am G20-Format und war im Vorfeld nicht zum Treffen seiner Kollegen gereist.
Jörg Kukies, der deutsche Bundesfinanzminister, zeigte Gelassenheit gegenüber den Absagen und betonte, dass solche Situationen nicht ungewöhnlich seien. Der erste G20-Gipfel unter südafrikanischem Vorsitz werde in seinem Erfolg nicht beeinträchtigt, auch wenn Kukies aus innerpolitischen Gründen selbst einen Tag früher abreisen musste.
Südafrika plant, seine Präsidentschaft zu nutzen, um dringende Themen wie die Schuldenlast von Entwicklungsländern und eine gerechte Energiewende zu adressieren. Ebenfalls sollen Lösungen zur Finanzierung und Absicherung gegen klimabedingte Naturkatastrophen erörtert werden. Die G20, vertreten durch 19 Nationen sowie die Europäische und Afrikanische Union, bleibt ein entscheidendes Forum zur Förderung der wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit.

