Frankreich will 1000 Soldaten in Krisenland Zentralafrika schicken

26. November 2013, 16:14 Uhr · Quelle: dpa

Paris/Bangui (dpa) - Als Reaktion auf die schwere Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik will die frühere Kolonialmacht Frankreich rund 1000 zusätzliche Soldaten in das Krisenland schicken.

Ziel sei eine kurzfristige Unterstützung der Friedenstruppen aus den afrikanischen Staaten, kündigte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Dienstag in Paris an. Die Soldaten sollten für rund sechs Monate zu den 450 französischen Militärs stoßen, die bereits in der früheren Kolonie stationiert sind. Das Land im Herzen des Kontinents war ins Chaos geschlittert, nachdem das Rebellenbündnis Seleka («Allianz») im März Staatschef François Bozizé gestürzt hatte.

Der französische Einsatzes soll durch eine neue Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen legitimiert werden. Ein Entwurf wird seit Montag in New York diskutiert. Die Entscheidung soll bis Ende nächster Woche fallen. UN-Vizegeneralsekretär Jan Eliasson warnte die Mitgliedstaaten, dass Zentralafrika im Begriff sei, sich zu einem Brutplatz für Extremisten und bewaffnete Gruppen zu entwickeln. «Die Situation könnte in einen religiösen und ethnischen Konflikt mit langjährigen Konsequenzen und sogar einen Bürgerkrieg ausarten, der auf die Nachbarländer übergreift.»

Seit der Revolte des Rebellenbündnisses im März herrscht Chaos im Land. Putschpräsident Michel Djotodia, der die Gruppe anführte, ordnete im September die Auflösung seines Bündnisses an. Die Rebellen verüben aber weiterhin Attacken. Erst vor wenigen Tagen kam es nach Angaben von «Ärzte ohne Grenzen» (MSF) in der Stadt Bouca im Nordwesten des Landes zu blutigen Zusammenstößen. Zahlreiche Menschen wurden getötet oder vertrieben.

«Wir sehen ständig und überall Gewalt. An manchen Tagen ist sie je nach Region lediglich intensiver als an anderen», sagte die MSF-Chefin in Zentralafrika, Ellen van der Valden, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Vereinten Nationen und andere Hilfsorganisationen mahnen, dass der Bevölkerung eine schwere humanitäre Krise droht. Bereits jetzt halten sich nach Angaben des Roten Kreuzes Zehntausende Menschen im Land versteckt, wo sie kaum Zugang zu Nahrung und sauberem Trinkwasser haben. Über 400 000 Menschen wurden nach UN-Angaben aus ihren Dörfern vertrieben.

«Ich war noch nie in einem Land mit so vielen Malaria-Kranken», erklärte Van der Valden. «Die Hälfte unserer Patienten leidet an der Seuche. Deshalb machen wir uns so große Sorgen um die Menschen im Busch, denn sie haben keinen Zugang zu Behandlung.» Sie rief die Internationale Gemeinschaft dazu auf, die Hilfen für das Land dringend aufzustocken. Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den ärmsten Ländern der Erde.

Konflikte / Zentralafrikanische Republik / Frankreich
26.11.2013 · 16:14 Uhr
[0 Kommentare]
Bundesregierung erwartet gebührenfreie Hormus-Passage
Athen/Teheran (dpa) - Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert nach Ende des Iran-Krieges einen gebührenfreien und sicheren Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. «Ich glaube nicht, dass die internationale Gemeinschaft bereit wäre zu akzeptieren, dass der Iran für jedes Schiff, das die Straße von Hormus durchquert, eine Mautstelle […] (00)
vor 40 Minuten
Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern
(BANG) - Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern, da sie sich sonst angeblich Probleme mit ihrem Visum einhandeln könnte. Der kolumbianische Superstar bereitet sich darauf vor, an beiden Sonntagen beim Coachella-Festival in Indio, Kalifornien, als Headliner aufzutreten. Neben ihr gehören auch […] (00)
vor 10 Stunden
Die Apps Instagram, Facebook und WhatsApp auf einem Handy
Ellwangen/Berlin (dpa/tmn) - Nutzerinnen und Nutzer von Facebook und Instagram haben keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass ihre personenbezogenen Daten ausschließlich innerhalb Europas gespeichert und verarbeitet werden. Das hat das Landgericht Ellwangen in einem Urteil entschieden (Az.: 3 O 480/24), auf das die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im […] (01)
vor 3 Stunden
Warum Benzin in Deutschland so teuer ist – und wie sich der Preis wirklich zusammensetzt
Wer aktuell an die Tankstelle fährt, kennt das Gefühl: Der Blick auf die Zapfsäule sorgt oft für Stirnrunzeln. Preise von rund zwei Euro pro Liter sind längst keine Seltenheit mehr. Viele fragen sich deshalb völlig zurecht: Warum ist Benzin eigentlich so teuer – und wer verdient daran wirklich? Die Antwort darauf ist deutlich komplexer, als es auf den […] (01)
vor 8 Stunden
«Saturday Night Live»: Prominente Hosts beenden 51. Staffel im Mai
Die Kultshow «Saturday Night Live» setzt zum Staffelfinale mit hochkarätigen Gästen an. Der US-Sender NBC hat die letzten drei Ausgaben der 51. Staffel von Saturday Night Live angekündigt. Im Mai übernehmen gleich mehrere prominente Namen die Moderation der traditionsreichen Sketch-Show – begleitet von bekannten Musik-Acts. Den Auftakt macht am 2. Mai Olivia Rodrigo, die sowohl als Host als […] (00)
vor 3 Stunden
FC Barcelona - Atlético Madrid
Barcelona/Paris (dpa) - Hansi Flick droht mit dem FC Barcelona das Aus in der Champions League, auch der FC Liverpool mit Florian Wirtz steht nach dem nächsten Rückschlag vor dem K.o. im Viertelfinale. Nach langer Unterzahl unterlag Barça im Hinspiel Atlético Madrid mit 0: 2 (0: 1). Liverpool verlor bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain ebenfalls mit […] (04)
vor 4 Stunden
Die regulatorische Landschaft verändert sich In den letzten Monaten hat eine verstärkte regulatorische Aufsicht als zentrales Thema auf den globalen Märkten an Bedeutung gewonnen, was Investoren dazu veranlasst, ihre Strategien neu zu bewerten. Der zunehmende Fokus auf Compliance und Transparenz könnte zu erheblichen Betriebskosten für Unternehmen […] (00)
vor 45 Minuten
ClickRent-Datenleck: 2,5 Millionen Kunden des Autovermieters betroffen
Lahr, 08.04.2026 (lifePR) - Beim spanischen Autovermieter ClickRent ist es offenbar zu einem massiven Datenschutzvorfall gekommen, der für Millionen Kunden erhebliche Folgen haben kann. Nach Berichten spanischer Medien vom 31. März 2026 und 1. April 2026 sollen rund 2,5 Millionen Datensätze betroffen sein; abgeflossen sein sollen unter anderem Ausweisdokumente, […] (00)
vor 10 Stunden
 
Ölkrieg am Abgrund: Trumps finales Ultimatum droht die Weltwirtschaft zu zerreißen
Das 20-Uhr-Ultimatum bringt das Pulverfass zum Kochen Die Welt blickt starr auf die […] (02)
Prozess gegen Mann wegen sexuellem Kindesmissbrauchs
Erfurt (dpa) - Der Fall macht sprachlos: Hunderte Male soll ein Mann seine Stieftochter […] (02)
Gasspeicher (Archiv)
Berlin - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht die Versorgung mit […] (01)
Nordkorea testet Raketenstartsysteme
Seoul (dpa) - Nordkorea hat nur wenige Stunden nach dem Abschuss mehrerer […] (01)
ZDF bringt neuen «Landkrimi»
Das Buch zu dem Fall schrieb Marie Kreutzer, die auch direkt die Regie übernahm Der Krimi- […] (00)
Aubrey Plaza ist mit ihrem ersten Kind von ihrem Partner Chris Abbott schwanger.
(BANG) - Aubrey Plaza ist mit ihrem ersten Kind von ihrem Partner Chris Abbott […] (00)
Review: Reolink Duo 3V PoE – statische Überwachung mit Dual-Kamera
Die Reolink Duo 3V PoE fällt schon beim ersten Blick aus dem Rahmen klassischer […] (00)
Die Cybersicherheitslandschaft In einer Ära, in der digitale Bedrohungen zunehmend […] (00)
 
 
Suchbegriff