Frankreich am Scheideweg: Bayrou ringt um Rentenreform
Frankreichs Premierminister François Bayrou bleibt fest entschlossen, die umstrittene Rentenreform von 2023 zu aktualisieren, ein Schritt, der für seine politische Zukunft entscheidend ist. Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern, die bereits vier Monate andauern, haben bis jetzt keine vollständige Einigung hervorgebracht, jedoch in vielen Aspekten Fortschritte erzielt.
Bayrou kündigte in Paris an, die Beratungen um weitere drei Wochen zu verlängern, um letztlich einen Konsens zu erreichen. Sollte keine Vereinbarung erzielt werden, plant die Regierung im Herbst eine eigene Reformvorlage mit den erreichten Kompromissen in das Parlament einzubringen.
Für die Mitte-Rechts-Regierung ist diese Reform von enormer Bedeutung, da ihre Unterstützung durch die Sozialisten von diesem Thema abhängt. Trotz der Ankündigung der Sozialpartner, dass die Gespräche gescheitert seien, haben die Sozialisten einen Misstrauensantrag eingereicht.
Sie werfen Bayrou vor, das Vertrauen gebrochen zu haben, indem er suggerierte, das Parlament werde über sämtliche Reformvorschläge das letzte Wort behalten. Ein Sturz der Regierung durch das Misstrauensvotum erscheint allerdings unwahrscheinlich.
Die rechte Nationalisten-Partei um Marine Le Pen hat signalisiert, nicht gegen die Regierung zu stimmen. Das Land war über Monate hinweg Schauplatz massiver Bürgerproteste gegen die Reform, die im Januar 2023 ohne finale Abstimmung im Parlament erlassen wurde.
Ein zentraler Bestandteil der Reform, die Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre, steht weiterhin nicht in Frage, obwohl Bayrou Erleichterungen für Mütter und Arbeitnehmer mit belastenden Berufen in Aussicht stellt.

