FPÖ bekräftigt Machtziel und startet eigenes Radio
Der Vorsitzende der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Herbert Kickl, hat auf dem Neujahrstreffen der Partei betont, dass die FPÖ auf einem guten Weg sei, das Kanzleramt zu erobern und damit eine neue politische Ära in Österreich einzuläuten. Umfragen sehen die FPÖ momentan bei knapp 40 Prozent, und Kickl ist überzeugt, dass dieser Wert weiter gesteigert werden kann. Vor 5.000 begeisterten Anhängern in Klagenfurt erläuterte er seine Vision klarer Machtverhältnisse und strebt eine absolute Mehrheit bei den kommenden Nationalratswahlen an.
Kickl kritisierte scharf die amtierende Dreier-Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos. Seiner Meinung nach sei das Land, trotz seines Wohlstandes, in keiner guten Verfassung. Ein FPÖ-Kanzler würde sich als "Volkskanzler" präsentieren und unter anderem gegen die Zuwanderungspolitik vorgehen.
Ein weiterer Schritt der FPÖ zur richtigen Verbreitung ihrer Botschaften ist der Start des Internet-Radiosenders "Austria First". Dieser soll als Österreichs erstes "Patriotenradio" rund um die Uhr senden und erweitert das bestehende Medienportfolio der FPÖ, das bereits mit FPÖ-TV auf YouTube präsent ist.
Doch nicht alle begrüßen diese Entwicklung. Die Politologin und FPÖ-Kennerin Kathrin Stainer-Hämmerle betrachtet den Sendestart mit Skepsis und sieht darin eine Gefahr zur weiteren Abschottung der Partei im öffentlichen Diskurs. Auch der bekannte ORF-Moderator Armin Wolf bekräftigt diese Einschätzung mit dem Hinweis, dass Kickl kritische Interviews oft vermeide.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den jüngeren Wählern, an die sich der Radiosender indirekt wendet. Da die FPÖ angesichts ihrer soliden finanziellen Basis keine Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Projekts erwartet, bietet das Radio eine weitere Plattform zur Verbreitung ihrer politischen Botschaften, verpackt in unterhaltsamen Formaten.
Mit den letzten Wahlergebnissen verschiebt sich das Kräfteverhältnis weiter zugunsten der FPÖ. Während 2024 die ÖVP der FPÖ noch nahe war, liegen nun fast 20 Prozentpunkte zwischen den beiden, wie aktuelle Umfragen zeigen. Politikwissenschaftler Peter Filzmaier sieht wenig Chancen, eine FPÖ-Regierung ohne eine erneute Dreier-Koalition zu verhindern.

