Ford in der Krise: Entscheidung über Jobabbau naht
Ford steht vor einer erneuten Bewährungsprobe, da der geplante Stellenabbau inzwischen in die finale Entscheidungsphase eingetreten ist. Nachdem sich Vertreter des Unternehmens und IG Metall bereits im Juli auf Grundzüge geeinigt haben, steht nun die Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder an. Über 10.000 Ford-Mitarbeiter sind dazu aufgerufen, von Dienstag bis Donnerstag ihre Stimme an den Werkstoren oder bis Freitag per Post abzugeben. Das Ergebnis dieser entscheidenden Abstimmung soll am Freitag bekanntgegeben werden. Ohne die Zustimmung der Gewerkschaft kann der geplante Sparkurs nicht umgesetzt werden.
Der Maßnahmenkatalog beinhaltet eine drastische Reduktion der Belegschaft am Ford-Standort Köln. Bis 2027 sollen 2.900 der aktuell etwa 11.500 Arbeitsplätze abgebaut werden. Durch Abfindungen und Möglichkeiten zur Altersteilzeit sollen die Übergänge für die Betroffenen abgefedert werden. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme für die Beschäftigten ist ein finanzieller Schutzmechanismus, der unter anderem bei einer potenziellen Insolvenz in Kraft treten soll.
Druck hat Ford reichlich - der Verkauf der neuen Elektroauto-Modelle aus Köln bleibt bisher hinter den Erwartungen zurück. Ein Hoffnungsschimmer sind jedoch die jüngsten Verkaufszahlen, die eine positive Entwicklung der Ford-Pkw-Verkäufe in Deutschland zeigen. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt, insbesondere nachdem das Ende eines wichtigen Schutzversprechens der US-Muttergesellschaft für Aufruhr sorgte. Ein Insolvenzfall ist jedoch weiterhin rein spekulativ.

