Ford-Beschäftigte signalisieren Zustimmung zu Sparkurs – Der Weg in die Zukunft
Die Beschäftigten der Kölner Ford-Werke haben einem umfassenden Sparkurs, inklusive erheblichem Stellenabbau, in einer entscheidenden Urabstimmung grünes Licht gegeben. Mit einer deutlichen Mehrheit von 93,5 Prozent stimmten sie für den im Juli 2023 zwischen der Gewerkschaft IG Metall und der Unternehmensleitung ausgehandelten Kompromiss. Diese Zustimmung ebnet den Weg für den Abbau von 2.900 Arbeitsplätzen bis Ende 2027, was etwa einem Viertel der aktuellen Belegschaft entspricht, die zuletzt 11.500 Mitarbeiter umfasste.
Freiwillige Austritte werden durch großzügige Abfindungen versüßt, während der Sicherheitsplan auch die Möglichkeit von Altersteilzeit und Zusagen des US-Mutterkonzerns hinsichtlich finanzieller Absicherungen vorsieht. Diese Abkommen laufen bis 2032 und garantieren eine gewisse Stabilität. Betriebsbedingte Kündigungen werden vorerst vermieden, bleiben jedoch im äußersten Notfall eine Option.
Die IG Metall zeigte sich erleichtert über das Abstimmungsergebnis, das als Erfolg für die Verhandlungen in schwieriger Lage betrachtet wird. „Wir haben das bestmögliche Sicherheitsnetz für die Belegschaft ausgehandelt“, betont David Lüdtke, Sprecher der IG Metall bei den Ford-Werken. Auch von Unternehmensseite wird die Entscheidung wohlwollend aufgenommen: Ein Sprecher von Ford lobte den Schritt als Möglichkeit, die anstehende Umstrukturierung sozial verträglich und zukunftsweisend zu gestalten.
Bevor der Sparkurs in die Tat umgesetzt wird, stehen noch vertragliche Formalitäten an, die jedoch als reine Formsache betrachtet werden. In den nächsten Monaten werden die Feinheiten, wie der genaue Zeitpunkt des Stellenabbaus, zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung festgelegt.
Ein entscheidender Bestandteil des Plans ist das von der US-Muttergesellschaft bereitgestellte Sicherheitsnetz. Es soll die Mitarbeiter im Falle einer theoretisch möglichen Insolvenz der deutschen Tochterfirma schützen. Obwohl das Szenario derzeit spekulativ erscheint, ist die finanzielle Unterstützung im Ernstfall gesichert.
Ford steht zunehmend unter Druck, da die Verkäufe der neuen Elektrofahrzeuge aus Köln hinter den Erwartungen zurückbleiben. Allerdings ist ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen, da der Marktanteil von Ford-Pkw in Deutschland seit Jahresbeginn von etwa 3 auf 4,5 Prozent gestiegen ist.

