Föderalismus und Medienkompetenz: Bildung auf neuen Wegen
Die Vorsitzende der Bildungsministerkonferenz, Simone Oldenburg, erteilt einer zentralen Regelung für Handyverbote an Schulen eine klare Absage. Die Politikerin der Linken betonte bei der jüngsten Konferenz in Klütz, dass eine solche Maßnahme in einem föderalen System nicht umsetzbar sei. Jedes Bundesland verfügt über eigene Empfehlungen, die bereits weitgehend harmonisiert seien.
Nicht nur die Handynutzung steht im Fokus: Oldenburg betont die Bedeutung von Kompetenzen in sozialen Medien. Dabei sei der Zugang der Schulen begrenzt, und es gehe um den Schutz der Gesundheit sowie der Jugendmedien.
Auch Bundesbildungsministerin Karin Prien von der CDU sieht die Verantwortung der Schulen als begrenzt an. Sie verweist auf die Rolle der Eltern und die vielfältigen Einflüsse, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind. Eine umfassende Medienerziehung und der Schutz vor extremen Inhalten im Netz sind zentrale Anliegen. Zur wissenschaftlichen Unterstützung plant Prien die Einrichtung einer Expertenkommission, deren erste Ergebnisse Anfang des kommenden Jahres erwartet werden.
Ein weiteres Thema der Konferenz war die Gedenkstättenarbeit. Laut Prien sollten Schüler Empathie entwickeln, um die Herausforderungen von Entrechtung und Diskriminierung zu verstehen. Ein integraler Bestandteil des Unterrichts müsse ein Gedenkstättenbesuch sein. Für den kommenden Tag lädt Oldenburg ihre Kollegen in die Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin ein.

