Firaxis in der Krise: Die Axt des Publishers fällt und überschattet die Zukunft von Civilization 7
Eine dunkle Wolke zieht über der sonst so strahlenden Welt der Strategiespiele auf und wirft einen langen, beunruhigenden Schatten auf eines der renommiertesten Studios der Branche. Der Entwickler Firaxis, die legendäre Schmiede hinter Meisterwerken wie der Civilization-Reihe, scheint in schwere See geraten zu sein. Obwohl vom Unternehmen selbst noch kein offizielles Statement kam, verbreitete sich die Hiobsbotschaft wie ein Lauffeuer: Das Studio, das erst im Februar Civilization 7 veröffentlichte, ist von einer signifikanten Entlassungswelle betroffen. Die ersten Bestätigungen kamen nicht aus der Chefetage, sondern von den Betroffenen selbst, was der Nachricht eine besonders bittere Note verleiht.
Die Gesichter hinter den nackten Zahlen
Die Nachricht von personellen Einschnitten erhält erst durch die Schicksale dahinter eine greifbare, menschliche Dimension. Besonders ergreifend ist der öffentliche Post der ehemaligen Autorin Emma Kidwell auf LinkedIn, die bestätigte, zu den Gekündigten zu gehören. In ihrem Beitrag schreibt sie, dass sie nach fast fünf Jahren bei Firaxis ihren Job verloren hat, eine Zeit, in der sie an den letzten beiden großen Titeln, Civilization VII und Marvel’s Midnight Suns, mitgewirkt hat. Ihre Worte sind ein eindringliches Zeugnis für das abrupte Ende vieler Karrieren und sie appelliert, auch ein Auge auf ihre ebenfalls entlassenen Kollegen zu werfen. Es sind diese individuellen Geschichten, die den kalten, unternehmerischen Entscheidungen ein tragisches Gesicht geben.
Die kalte Logik der „Optimierung“
Während Firaxis selbst in assordiertes Schweigen gehüllt bleibt, bestätigte der Publisher 2K Games gegenüber dem Magazin Rock Paper Shotgun die Freisetzungen. Die offizielle Begründung liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel für beschönigenden Unternehmenssprech. Ein Sprecher erklärte, die Reduzierung des Personals diene dazu, das Studio neu zu strukturieren und seine Entwicklungsprozesse im Hinblick auf Anpassungsfähigkeit, Zusammenarbeit und Kreativität weiter zu „optimieren“. Diese Wortwahl steht in einem eisigen Kontrast zu der Realität der betroffenen Mitarbeiter und hinterlässt bei vielen Beobachtern einen faden Beigeschmack.
Ein Imperium im paradoxen Zustand
Diese kalte Logik wirkt umso paradoxer, wenn man den aktuellen Status von Civilization 7 betrachtet. Der Titel erschien erst vor wenigen Monaten für PC und Konsolen. Das Studio kommunizierte seitdem aktiv mit der Community, versprach basierend auf dem Feedback der Spieler an Verbesserungen der Benutzeroberfläche und der Kartenlesbarkeit zu arbeiten. Man sprach über fortlaufende Anpassungen an der KI, der Diplomatie und natürlich über die Behebung von Fehlern. Mehr noch, der Post-Launch-Support mit kostenpflichtigen DLCs, den sogenannten „Collections“, ist bereits in vollem Gange. Nach „Crossroads of the World“ im März erschien erst im Juli die „Right to Rule Collection“ mit Dschingis Khan. Dass inmitten dieser aktiven Produktpflege und Zukunftspläne die Axt angesetzt wird, zeichnet ein zutiefst beunruhigendes Bild der Prioritäten des Publishers.
Die Fahnen des Imperiums wehen, doch ein Sturm zieht auf, dessen volle Zerstörungskraft noch nicht abzusehen ist. Die verbliebenen Entwickler stehen vor der Herkulesaufgabe, ein Weltreich zu errichten, während Teile seines Fundaments unter ihnen wegbrechen.



