Feurige Debatten und verlängerte Verhandlungen: Klimagipfel in Brasilien ohne Durchbruch
Mit Spannung blickt die Welt auf Brasilien, wo die Weltklimakonferenz einmal mehr in die Verlängerung geht. Die Verhandlungen, ursprünglich bis 18.00 Uhr Ortszeit angesetzt, sind ins Stocken geraten. Über 200 Länder ringen erbittert um einen Weg hinaus aus der fossilen Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas. Mehr als 80 Nationen, darunter auch Deutschland, treiben diesen Wandel entschlossen voran, während andere, insbesondere ölexportierende Länder, den Fortschritt blockieren.
Die Verzögerung erinnert an frühere UN-Klimagipfel, die häufig über den geplanten Zeitrahmen hinausgingen. Dieses Mal zwang ein Feuer auf dem Konferenzgelände die Delegierten zur Räumung und führte zu zusätzlichen Verzögerungen.
Die brasilianischen Organisatoren hatten einen reibungslosen und pünktlichen Abschluss angestrebt; jedoch ließen die jüngsten diplomatischen Runden einen zügigen Konsens nicht zu. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) prognostizierte noch Stunden vor dem geplanten Ende harte und zähe Verhandlungen.
Die Konferenz verlief nicht ohne Kontroversen: Ein am Freitagmorgen veröffentlichter Beschlusstext der brasilianischen Leitung stieß auf breite Ablehnung. Sowohl die EU als auch Deutschland und zahlreiche weitere Staaten erklärten den Text für unannehmbar. Besonders brisant: Trotz eines früheren Abkommens in Dubai, das der Abkehr von Kohle, Öl und Gas den Weg ebnete, divergieren die Positionen der Teilnehmer weiter stark. Zusätzlich stehen die finanzielle Unterstützung ärmerer Länder und die Kostenverteilung zur Anpassung an den Klimawandel zur Debatte. Hier stoßen die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Ländergruppen aufeinander.

