Kriminalität

FBI prüft Terrorverdacht nach tödlichen Schüssen auf Kinder

27. August 2025, 23:01 Uhr · Quelle: dpa
Das FBI ermittelt in einem Angriff auf Kinder während eines Schulgottesdienstes in Minneapolis als Terrorverdacht. Details zum Täter und den Motiven werden noch geprüft.

Minneapolis (dpa) - Die US-Bundespolizei FBI untersucht die tödlichen Schüsse auf Kinder im Umfeld einer katholischen Schule in Minneapolis als mögliches Terrorverbrechen. Man prüfe, ob es sich um einen inländischen Terrorakt und ein Hassverbrechen gegen Katholiken handele, teilte der FBI-Direktor Kash Patel auf der Plattform X mit. Der örtliche Polizeichef Brian O'Hara äußerte sich verhaltener: Das Motiv sei nach wie vor unklar.

Während eines Schulgottesdienstes im Norden der Vereinigten Staaten hatte ein Schütze am Morgen (Ortszeit) nach Polizeiangaben durch die Fenster einer Kirche auf Kinder auf Kirchenbänken geschossen. Der Polizei zufolge ereignete sich die Tat im Bundesstaat Minnesota zu Beginn der Messe.

Zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren starben noch am Tatort. Laut FBI wurden zudem 14 Kinder - sie sind nach Polizeiangaben zwischen 6 und 15 Jahre alt - und 3 Erwachsene verletzt. Er gehe davon aus, dass alle Verletzten überleben werden, sagte Polizeichef O'Hara am Nachmittag (Ortszeit). Bei den Erwachsenen handelte es sich demnach um Senioren, die als Gemeindemitglieder an der Messe teilnahmen. 

Täter soll Transperson Anfang 20 Jahre alt sein

Der verdächtige Schütze ist auch tot. Heimatschutzministerin Kristi Noem zufolge handelt es sich um einen 22 Jahre alten Mann, der sich demnach als Transperson bezeichnet haben solle. Transpersonen sind Menschen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, nicht zugehörig fühlen. Der Polizeichef bezifferte das Alter hingegen auf 23. Der Verdächtige habe keine Vorstrafen.

Die Polizei sprach auch von einem Manifest des Schützen auf der Plattform Youtube. Dieses schien ihn demnach am Tatort zu zeigen und habe «beunruhigende Texte» beinhaltet. Der Inhalt sei mit Unterstützung des FBI entfernt worden und werden nun von Experten geprüft. Eine Verbindung zwischen dem Schützen oder dessen Familie und der Kirche werde noch geprüft. 

Durchsuchungen in der Stadt

Der Polizei zufolge durchsuchten Beamte die Kirche und weitere Orte. In den Wohnhäusern, die in Verbindung mit dem Schützen stehen sollen, seien weitere Schusswaffen sichergestellt worden. Ob es zwischen dem Verdächtigen und der Kirche eine Verbindung gibt, ist unklar. Die Polizei sieht aktuell keine Verbindung, untersucht aber weiter. Die Ermittler haben keine Hinweise auf weitere Verdächtige, die direkt an der Durchführung des Angriffs beteiligt gewesen sein könnten. 

Polizei: Schütze hatte drei legal erworbene Waffen bei sich

Er hatte nach Polizeiangaben drei Waffen bei sich - ein Gewehr, eine Schrotflinte und eine Pistole -, die er legal erworben hatte. In den USA gehört tödliche Schusswaffengewalt zum Alltag - laut Zahlen des Gesundheitsministeriums sind 2023 rund 46.700 Menschen durch Waffen gestorben. Auch an Schulen kommt es immer wieder zu tragischen Vorfällen. Pistolen und Waffen größerer Kaliber sind leicht zugänglich und millionenfach im Umlauf.

Besonders folgenschwere Angriffe entfachen immer wieder Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts. Doch konkrete Fortschritte blieben bislang aus – vor allem aufgrund des Widerstands der Republikaner und der finanziell einflussreichen Waffen-Lobby, die Reformen seit Jahren blockieren.

US-Präsident Trump und Papst Leo trauern

US-Präsident Donald Trump ließ am Mittag die amerikanische Flagge als Trauerbekundung auf halbmast setzen. Er ordnete das in einer Proklamation für das Weiße Haus, Botschaften und Konsulate im Ausland sowie Militärstandorte und öffentliche Gebäude in den USA bis Sonntag an. «Bitte schließen Sie sich mir im Gebet für alle Beteiligten an!», hatte er zuvor auf seiner Plattform Truth Social geschrieben.

Auch Papst Leo XIV. sprach den Opfern und deren Familien sein Beileid aus. In einem vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis zeigte er sich «zutiefst betrübt» über den Verlust von Menschenleben und die Verletzten während des Gottesdienstes in der Annunciation Church. Der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri - der in Chicago geborene Robert Francis Prevost - gedachte der Familien, die den Tod ihrer Kinder betrauern.

Schule / Notfall / Kriminalität / USA
27.08.2025 · 23:01 Uhr
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