Familienunternehmen in Nöten: Arbeitsplatzabbau im Fokus
Die berufliche Lage in deutschen Familienunternehmen spitzt sich zu. Eine aktuelle Umfrage der Verbände der Familienunternehmer und der Jungen Unternehmer zeigt, dass 23 Prozent dieser Firmen im laufenden Quartal planen, Personal abzubauen. Zum Vergleich: Im letzten Quartal des vorigen Jahres lag diese Zahl bei 19 Prozent.
Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer, äußerte ihre Besorgnis über diesen Trend, der selbst die wirtschaftlichen Stabilitätsanker entscheidend trifft. Trotz eines bisher unterdurchschnittlichen Abwärtstrends im Vergleich zur Industrie, macht die Wirtschaftskrise auch vor diesen Unternehmen nicht halt. Ostermann warnt vor einer Fortsetzung der Entlassungswelle, sollten keine Reformen der Sozialsysteme und steuerlichen Entlastungen folgen.
Gleichzeitig beabsichtigen 61 Prozent der befragten Unternehmen, die Personalzahlen bis Jahresende stabil zu halten. Auffällig ist, dass sowohl Stellenabbau als auch unbesetzte Positionen parallel existieren. Die Bundesregierung plant unterdessen Maßnahmen zur Bürokratieentlastung, um einen Investitionsschub zu fördern – ein dringendes Anliegen, da 63 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die Bürokratie als Haupthindernis für Investitionen sehen.
Insgesamt scheint sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen weiterhin im Rückwärtsgang zu befinden. Nur jeder fünfte Unternehmer zeigt sich expansionsbereit, während eine erdrückende Mehrheit von 46 Prozent gar keine Investitionen vornehmen möchte. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln unterstützt dieses Bild, indem sie festgestellt hat, dass sich im nächsten Jahr weitere Unternehmen von Arbeitsplätzen trennen werden.
Nach zwei wirtschaftlich stagnierenden Jahren erwarten die Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute für das aktuelle Jahr bestenfalls ein leichtes Wachstum, mit einem vorsichtigen Optimismus für das kommende Jahr.

