F60-Sprengung: Ein symbolträchtiger Abschied aus der Lausitzer Bergbaugeschichte
Die monumentale F60, bekannt als das "liegende Eiffelturm", wird heute als letzter Zeuge einer Ära im Lausitzer Braunkohlerevier offiziell Geschichte. Die Abraumförderbrücke, ein Meisterstück der Ingenieurskunst, das fast ein halbes Jahrhundert im Tagebau Jänschwalde Strom und Wärme ermöglichte, wird von Sprengmeister Michael Schneider in einem kontrollierten Abriss zum Einsturz gebracht. Die Aktion markiert einen emotionalen Wechsel und eröffnet neue Horizonte für die Region.
Laut Adi Roesch, dem Vorstandsvorsitzenden des Energiekonzerns Leag, war die F60 nicht nur ein funktionales Konstrukt, sondern das Herzstück vieler Bergleute, die sich tagtäglich um ihren Erhalt kümmerten. Mit dem gesamten Abbau des Kohlereviers bis 2023 und der politischen Weichenstellung zur Energiewende bis 2038, wandelt sich das Gelände inzwischen zu einem Schauplatz nachhaltigster Energienutzung durch geplante Wind- und Solarparks.
Nicht nur wegen ihrer herausragenden technischen Maße gilt die F60 als eindrucksvolles Relikt: Von der Konstruktion bis zur heutigen Sprengung hinterlässt sie einen unvergesslichen Fußabdruck. Mit einer immensen Länge und Mittelleistung gehörte sie laut Leag zu den weltweit größten ihrer Art. Allein die in Jänschwalde eingesetzte F60 bewegte Milliarden Kubikmeter Erdreich und erschloss jährlich zig Millionen Tonnen Braunkohle.
Die Demontage der F60 sowie anderer Tagebaugeräte zieht sich noch bis zum Herbst hin. In dieser Zeit entsteht sukzessive eine neue Landschaft mit mehreren großen Bergbaufolgeseen. Unterstützt von strikten Sicherheitsvorkehrungen, wird die Öffentlichkeit per Live-Übertragung Zeuge der Sprengung, die neben der mühseligen Deinstallation auch die Freude über die sich wandelnde Landschaft mit sich bringt.

