EZB hält Zinsen stabil: Ausblick auf Inflations- und Wachstumsprognosen bis 2027
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, die drei Leitzinsen unverändert zu lassen. Die Inflationsrate bewegt sich derzeit im Einklang mit dem mittelfristigen Ziel von etwa 2 %, was aus Sicht des Rats trotz einer stabilen Prognose hinsichtlich des Inflationsausblicks eine unveränderte Entscheidung rechtfertigt.
Die jüngsten Prognosen der EZB-Mitarbeiter verdeutlichen, dass die Inflationsentwicklung bis 2027 mit früheren Prognosen übereinstimmt. Für das Jahr 2025 wird eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,1 % erwartet, während für 2026 und 2027 Werte von 1,7 % bzw. 1,9 % prognostiziert werden. Ohne die Berücksichtigung von Energie und Lebensmitteln wird für 2025 eine Inflationsrate von 2,4 % angenommen, die in den darauffolgenden Jahren auf 1,9 % und 1,8 % sinken soll.
In Bezug auf das Wirtschaftswachstum sieht die EZB für 2025 eine Korrektur auf 1,2 % vor, was eine Anpassung gegenüber den im Juni erwarteten 0,9 % darstellt. Für 2026 wird das Wachstum leicht auf 1,0 % gesenkt, während die Prognose für 2027 mit 1,3 % konstant bleibt.
Der EZB-Rat will sicherstellen, dass die Inflation sich mittelfristig auf dem angestrebten Ziel von 2 % stabilisiert. Dabei bleibt er flexibel und plant, seine geldpolitischen Entscheidungen auf einer datengestützten Basis und jeweils nach der aktuellen Sitzung zu treffen. Besonderes Augenmerk wird auf die Einschätzung der Inflationsaussichten und die Risikofaktoren gelegt, basierend auf den neuesten wirtschaftlichen und finanziellen Daten sowie der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation.
Während die Zinssätze der EZB für die Einlagefazilität, die Hauptrefinanzierungsoperationen und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,00 %, 2,15 % und 2,40 % stabil bleiben, schrumpfen die Portfolios des Asset Purchase Programme (APP) und des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) stetig, da das Eurosystem die Tilgungszahlungen aus fälligen Wertpapieren nicht mehr reinvestiert.
Zusätzlich ist das Transmission Protection Instrument bereit, um ungerechtfertigte, chaotische Marktdynamiken zu verhindern, die die effektive Durchsetzung der geldpolitischen Stabilitätsziele gefährden könnten. Der Präsident der EZB wird diese Entscheidungen und ihre Hintergründe auf einer Pressekonferenz kommentieren.

