EZB erwägt Zinspause: Isabel Schnabel sieht keinen Handlungsbedarf
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte schon bald auf weitere Zinssenkungen verzichten, wie aus aktuellen Äußerungen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel hervorgeht. Nach sieben aufeinanderfolgenden Reduzierungen scheint die Zinsabsenkung eine Atempause einzulegen. Schnabel begründete dies im Gespräch mit dem Finanzportal „Econostream Media“ damit, dass die Zinsen mittlerweile in einem „guten Bereich“ seien und die Hürden für weitere Absenkungen sehr hoch liegen.
Schnabel betonte, dass die Inflation erwartungsgemäß zurückgegangen sei und die vergangenen Inflationsschocks nahezu bewältigt seien. Die Wirtschaft in der Eurozone erweise sich als stabil und es bestehe mittelfristig kein Risiko, dass die Inflation dauerhaft unter das EZB-Ziel von zwei Prozent falle. Sollten sich dennoch Anzeichen einer erheblichen Abweichung zeigen, könnte eine erneute Zinssenkung in Betracht gezogen werden – gegenwärtig gibt es jedoch keine Anhaltspunkte dafür.
Begleitet von den Signalen für eine mögliche Zinspause betonen zahlreiche Ökonomen ebenfalls die Unsicherheiten, die durch den Zollstreit mit den USA hervorgerufen werden. Schnabel warnte, dass Zölle kurzfristig die wirtschaftliche Aktivität dämpfen könnten und die Inflation mittelfristig ansteigen könnte. Auch sei vor „Kostenschocks“ und möglichen Unterbrechungen in den globalen Lieferketten zu warnen.
Mit der letzten Zinssenkung im Juni 2024 hatte die EZB den Einlagensatz, der für Banken und Sparer entscheidend ist, auf 2,0 Prozent gesetzt. Trotz der Vorteile für Kreditnehmer bringt dies jedoch Herausforderungen für Sparer mit sich, die sich mit niedrigeren Zinsen bei ihren Bankeinlagen konfrontiert sehen. Die Inflationsrate im Euroraum sank bis Juni auf 2,0 Prozent gemäß den Daten des Statistikamts Eurostat.

