Expert setzt auf neue Strategien: Rückläufiges Jahr als Weckruf
Der Elektronikhändler Expert verzeichnete im jüngsten Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 80 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Innenumsatz der Gruppe erreichte 2,15 Milliarden Euro, nachdem er im Vorjahr noch bei 2,23 Milliarden Euro gelegen hatte. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt einen leichten Abwärtstrend.
Vorstandschef Stefan Müller äußerte, das Jahr sei "kein Grund zum Jubeln" gewesen und erstmals habe das Unternehmen schlechter abgeschnitten als seine Wettbewerber. Besonders im Onlinegeschäft sieht Expert Nachholbedarf, da die Entwicklung hier den Erwartungen nicht gerecht wurde. Künftig soll in digitale Tools, modernere Datenstrukturen und eine neue Vertriebsorganisation investiert werden, um mit der Eigenmarke Kendo und ihrer erweiterten Produktpalette neue Impulse zu setzen.
Im stationären Handel schnitt Expert im Vergleich zum Gesamtmarkt etwas besser ab, doch die Anzahl der Fachmärkte in Deutschland sinkt weiterhin. Aktuell betreibt Expert 65 Märkte in Eigenregie, vornehmlich im Nordwesten, während andere von Partnerunternehmen geführt werden. Damit hält sich Expert als zweitgrößter Elektronikhändler Deutschlands in Position.
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 sorgte für eine gesteigerte Nachfrage nach hochpreisigen TV-Modellen, was Expert ermutigt, Ähnliches für die kommende Weltmeisterschaft 2026 zu erwarten. Begleitet wird das operative Geschäft weiterhin von einer Marketing-Offensive mit Rudi Völler. Der ehemalige Nationalspieler fungiert als sympathischer "Technik-Nachbar" in Werbekampagnen im Fernsehen und auf Social-Media-Plattformen.

