Eurozonen-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief – EZB rechnet mit weiterem Rückgang bis 2026
Die Arbeitslosenquote im Euroraum ist im Juli auf 6,2 Prozent gesunken und liegt damit wieder auf einem historischen Tiefstand. Laut Eurostat fiel die Zahl der Erwerbslosen um 170.000 gegenüber dem Vormonat. Besonders deutlich war der Rückgang bei jungen Arbeitnehmern unter 25 Jahren, deren Quote von 14,3 auf 13,9 Prozent sank.
Bemerkenswert ist die Entwicklung vor dem Hintergrund schwacher Konjunkturdaten. Zwischen April und Juni kühlte das Wachstum ab, vor allem weil die Exporte in die USA infolge neuer Zölle zurückgingen. Schon in den Jahren zuvor hatten steigende Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Wirtschaft belastet. Trotzdem blieb die Beschäftigung stabil – ein Zeichen, dass Unternehmen angesichts des demografischen Wandels ihre Belegschaften halten wollen.
Die Europäische Zentralbank erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt. Zwar könnte die Quote kurzfristig leicht steigen, mittelfristig aber rechnet die Notenbank bis 2026 mit neuen Tiefständen. Ausschlaggebend seien das erwartete Anziehen der Konjunktur und die weiterhin knappe Zahl an Arbeitskräften im erwerbsfähigen Alter.
Für die Geldpolitik ergibt sich daraus ein stabiler Rahmen. Bereits im Juli hatte die EZB ihren Leitzins nach einer Serie von Erhöhungen erstmals konstant gelassen. Präsidentin Christine Lagarde verwies damals auf die Aussicht, dass die Inflation ihr 2-Prozent-Ziel erreicht. An den Märkten gilt es daher als wahrscheinlich, dass die Notenbank auch kommende Woche keine Änderung beschließt.

