Europäischer Aktienmarkt unter Druck: Handelsstreitigkeiten belasten
Der europäische Aktienmarkt steht zu Wochenbeginn deutlich unter Druck, angetrieben von anhaltenden Sorgen über Handelskonflikte und eine schwächelnde Konjunktur. Nachdem der japanische Nikkei-Index in Asien um fast vier Prozent einbrach und damit den tiefsten Stand seit September 2024 erreichte, setzte sich das negative Sentiment in Europa fort. Auch der deutsche Aktienindex Dax verlor im frühen Handel 1,3 Prozent und fiel auf 22.160 Punkte – ein Tief seit Februar. Besonders bemerkenswert: Der Index rutschte erstmalig seit November unter die wichtige 50-Tage-Durchschnittslinie, einem Indikator für die mittelfristige Kursentwicklung.
Trotz einer leichten Erholung auf zuletzt 22.282 Punkte liegt der Dax weiterhin 0,8 Prozent im Minus. Der MDax, der mittelgroße deutsche Unternehmen abbildet, fiel um 1,5 Prozent auf 27.444 Punkte – mit einem Tagestief von 27.240 Punkten. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor im frühen Handel 0,9 Prozent.
Im Fokus steht der Mittwoch, der "Tag der Befreiung in Amerika", an dem US-Präsident Donald Trump ein umfangreiches Zollpaket präsentieren will. Laut der Landesbank Hessen-Thüringen könnte der 2. April 2025 als bedeutender Wendepunkt für den globalen Handel in die Historie eingehen, da er das Ende einer liberalen Handelsära markieren könnte.
Trump hat angekündigt, reziproke Zölle gegen alle Handelspartner einzuführen. Diese harten Ankündigungen sorgen weltweit für Unruhe an den Märkten. Doch nicht alle Unternehmen litten unter dem Abwärtstrend: Rüstungsaktien, Versorger und Stahlkonzerne konnten sich weitgehend behaupten. So stieg die Aktie von Thyssenkrupp um zwei Prozent und zeigt damit eine positive Entwicklung, nachdem sie seit ihrem Hoch 2021 bereits 18 Prozent verloren hatte. Analyst Boris Bourdet von Kepler Cheuvreux sieht in den europäischen Stahlwerten weiterhin Potenzial und empfiehlt neben Thyssenkrupp auch die Aktie von Salzgitter zum Kauf.
Im Gegensatz dazu verzeichnete die Cancom-Aktie im SDax deutliche Verluste von fast 15 Prozent, da die Geschäftsaussichten des IT-Dienstleisters enttäuschten.

