Europäische Zusammenarbeit zur Aufklärung des Epstein-Skandals gefordert
Im europäischen Parlament wächst der Druck auf EU-Behörden, sich intensiver an der Aufklärung des Epstein-Skandals zu beteiligen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung, betonte die Wichtigkeit einer umfassenden und koordinierten Auswertung vorhandener Erkenntnisse durch Institutionen wie Europol. Um grenzüberschreitende Netzwerke effektiv aufzuklären, sei eine enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnern essenziell.
Die jüngsten Enthüllungen bringen ehemalige europäische Regierungsvertreter ins Visier. Ermittlungen gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson sollen klären, ob er sensible Informationen während der Finanzkrise an Epstein weitergab. Zudem wird in Frankreich gegen den ehemaligen Kulturminister Jack Lang wegen möglicher Steuervergehen ermittelt.
Sergey Lagodinsky von den Grünen im EU-Parlament unterstreicht ebenfalls die Notwendigkeit einer europäischen Dimension bei der Aufklärung. Hinweise auf grenzüberschreitende kriminelle Aktivitäten sollten nicht nur national behandelt werden. Eine koordinierte Auswertung durch Europol und die EU-Geldwäschebehörden sei angebracht und müsse parallel zu nationalen Untersuchungen erfolgen, stets unter parlamentarischer Kontrolle.
Die Enthüllungen um Epstein werfen schwerwiegende Fragen auf, die, so Strack-Zimmermann, über nationale und kontinentale Grenzen hinausgehen. Einflussnahmen durch Erpressung oder Kompromittierung stellen ein sicherheitspolitisches Risiko für Europa dar. Besonders alarmierend sind mögliche Bestätigungen auf gezielte ausländische Einflussnahmen, die Demokratien destabilisieren könnten. Epstein, der 2019 verstarb, war bekannt für seine weitreichenden Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

