Europäische Versicherungsaktien unter Druck: Herausforderungen im Rückversicherungssektor
Am Freitag standen die Aktien der Versicherungsbranche erneut im Fokus, da sie abermals Verluste hinnehmen mussten. Der europäische Versicherungssektor verzeichnete am frühen Nachmittag einen Rückgang um 1,3 Prozent und markierte damit das Schlusslicht im Stoxx 600. Seit Beginn des Jahres liegt der Sektor mit einem Minus von 2,6 Prozent an letzter Stelle im Branchenvergleich.
Laut Morgan Stanley steht die Branche vor einem herausfordernden Umfeld, das von einer schwächeren Preisanpassungsrunde im Rückversicherungsbereich geprägt ist. Im Dax rutschten die Papiere von Hannover Rück, Munich Re und dem Erstversicherer Allianz um 1,3 bis 1,9 Prozent ab.
Die Analysten von Morgan Stanley nahmen zudem Änderungen in ihren Bewertungen vor: Hannover Rück und Aviva wurden von "Overweight" auf "Equal-weight" herabgestuft, während das Kursziel für Munich Re trotz unveränderter "Underweight"-Empfehlung leicht gesenkt wurde. Für die Allianz hingegen wurde das Kursziel angehoben, begleitet von einer weiterhin "Equal-weight"-Einstufung, da ihre hohe Qualität bereits im aktuellen Kurs eingepreist sei. Aviva bleibt hingegen der bevorzugte Versichererwert in Großbritannien, wenngleich die Aktien als angemessen bewertet gelten.
Im Rückversicherungssektor bleibt Morgan Stanley insgesamt vorsichtig, sieht jedoch Hannover Rück als einen führenden Akteur. Dank diszipliniertem Management, einer starken Bilanz und robusten Kapitalpuffern konnte Hannover Rück historisch gesehen die Konkurrenz in Zeiten schwächerer Preisanpassungen hinter sich lassen. Der Konzern überzeugt durch kontinuierliches Gewinnwachstum und zuverlässige Kapitalausschüttungen, weshalb er im derzeitigen unsicheren Preisumfeld gut aufgestellt ist.

