Europäische Börsen im Spannungsfeld: Zwischen Rekordhöhen und Technologietief

Europas Aktienmärkte präsentierten sich zur Wochenmitte uneinheitlich. Während der Londoner und der schweizerische Leitindex auf neue Rekordhöhen kletterten, fiel der EuroStoxx 50, geprägt von zahlreichen deutschen Unternehmen, leicht zurück. Spekulationen über eine Lockerung des EU-Emissionshandels beflügelten primär Chemie- und Autobauer, während hohe Ölpreise den britischen Markt unterstützten. Der Technologiesektor hingegen drückte auf die Stimmung der Anleger.
Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Abschlag von 0,41 Prozent bei 5.970,47 Punkten. Der britische FTSE 100 gewann 1,07 Prozent und erreichte kurzzeitig die Marke von 10.500 Punkten. In der Schweiz stieg der SMI um 1,01 Prozent und verzeichnete im Tagesverlauf ein Allzeithoch von knapp unter 13.590 Punkten.
Die anstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank ließ die Märkte weitgehend unbeeindruckt. Unveränderte Zinsen werden erwartet, doch die Stimme nach Senkungen wird lauter, da die Inflationsrate unter das Zielniveau der EZB gesunken ist. Zudem könnte der starke Euro den Druck auf die Notenbank weiter erhöhen.
Berichten des "Handelsblatt" zufolge plant die EU-Kommission, den Emissionshandel zu entschärfen, um energieintensive Industrien wie die Chemie- und Automobilbranche zu entlasten. Dies verhalf Aktien von BASF und Air Liquide zu Kursgewinnen, ebenso wie den Autobauern BMW, Mercedes und VW.
Negativ überrascht hat Novo Nordisk, deren Aktien um über 17 Prozent fielen. Der dänische Pharmariese prognostiziert bis 2026 ein Umsatzminus, das erste in fast zehn Jahren. Marktbeobachtern zufolge belasten auch Preisabsprachen mit der US-Regierung den Konzern.
In Zürich legten Novartis-Aktien nach anfänglichen Verlusten um 1,6 Prozent zu, trotz eines zurückhaltenden Ausblicks. Die soliden Zahlen des vierten Quartals wurden von UBS-Analysten jedoch lobend erwähnt.
Im Bankensektor belasteten Quartalszahlen die Stimmung. UBS-Aktien verloren 6,3 Prozent trotz zuvor starker Performance seit Dezember. Eine verminderte Netto-Neugeld-Entwicklung und geringere Aktienrückkäufe sorgten für Ernüchterung. In Paris verloren Credit Agricole 3,0 Prozent aufgrund hoher Umbaukosten im Italien-Geschäft. Auch die Papiere von Santander gaben nach, belastet durch die Expansion in den US-Markt.

