Europa testet erste privat finanzierte Hyperschallrakete
In einem bemerkenswerten Schritt für die europäische Luft- und Raumfahrt hat das deutsch-britische Start-up Hypersonica seine neue Hyperschallrakete erfolgreich getestet. Der Prototyp mit der Bezeichnung HS1 erreichte bei einem Flug vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya eine Geschwindigkeit von Mach 6, was über 7.400 Kilometer pro Stunde entspricht. Der Test, der am 3. Februar stattfand, beweist die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, das erst 2023 gegründet wurde.
Hypersonicas Ambition, die erste souveräne Hyperschall-Fähigkeit Europas bis zum Jahr 2029 zu etablieren, könnte die militärische Landschaft des Kontinents verändern. Diese Technologie wird bislang nur von sehr wenigen Nationen beherrscht. Die Rakete selbst, die ohne Sprengkopf getestet wurde, ist mehrere Meter lang und wiegt über eine Tonne. Dabei wurden jedoch weitere technische Details gezielt zurückgehalten.
Die Entwicklung der Hyperschallrakete stellt eine bedeutende technische Herausforderung dar, da Flugkörper bei diesen Geschwindigkeiten extrem schwer steuerbar sind und enorme Hitze entwickeln. Geschäftsführer und Mitgründer Philipp Kerth, dessen Unternehmen sowohl in München als auch mit einer Niederlassung in London vertreten ist, sieht das Projekt auf direktem Erfolgskurs. Angesichts der spannungsreichen geopolitischen Lage erhalten solche Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit.
Kerth, der die Firma zusammen mit Marc Ewenz gegründet hat, betont die Relevanz der Hyperschalltechnologie, die jedoch in Europa lange Zeit vernachlässigt wurde. Die beiden Mitgründer, beide promoviert in Hyperschalltechnik an der Universität Oxford, beschleunigten den Entwicklungsprozess signifikant. Hypersonica orientiert sich dabei an den Methoden des Raumfahrtpioniers Elon Musk und dessen Unternehmen Space X, welche die Entwicklungszeiten in der Raketenindustrie drastisch reduzierten.
Dieser erfolgreiche Erstflug unterstreicht das Potenzial europäischer Ingenieurskunst in einem hochspezialisierten Bereich und könnte zu einem Vorbild für künftige europäische Innovationsprojekte werden. Mit den gesammelten Daten möchte Hypersonica die nächsten Schritte Richtung Serienfertigung einleiten und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Bereich der Hyperschalltechnologie stärken.

