Europa setzt auf konsequente Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist in Europa auf dem Rückzug, und die Möglichkeit einer präventiven Impfung wird seitens des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit als unverhältnismäßig erachtet. Carola Sauter-Louis vom Friedrich-Loeffler-Institut erklärte, dass Europa bewusst den Weg der vollständigen Tilgung der Seuche gewählt habe.
Früher gängige Impfungen wurden eingestellt, da die Bekämpfung der Seuche durch andere Maßnahmen genügend Erfolg gezeigt hat. Sollte es zu einem größeren MKS-Ausbruch kommen, sei eventuell eine Notimpfung denkbar, allerdings mit erheblichen Handelsbarrieren behaftet.
Viele Länder außerhalb Europas stehen Impfungen skeptisch gegenüber und sind abgeneigt, riskante Importe zuzulassen, so Sauter-Louis. Martin Beer, zuständig für das Institut für Virusdiagnostik beim FLI, ergänzte, dass kontinuierliche Anpassungen der Impfstoffe virologisch wenig praktikabel seien.
Deutschland hat es bis zur völligen Seuchenfreiheit jedoch noch nicht geschafft. Nach den letzten Fällen müssen umfangreiche Proben von Kontakt- und Umgebungsmaterialien ausgewertet werden.
Sollte dies negativ ausfallen, könnte laut Sauter-Louis Deutschland innerhalb eines überschaubaren Zeitraums den Status "Frei von MKS" anstreben. Trotz bisherigen Erfolges sind Wildtiere ein Unsicherheitsfaktor, da sie mögliche Überträger darstellen könnten, insbesondere in Regionen wie Hönow in Brandenburg, wo ein völliger Schutz nicht gewährleistet ist.

