Euro unter Druck: Unruhen an Anleihemärkten belasten die Gemeinschaftswährung
Der Kurs des Euro erfuhr am Dienstag spürbare Schwankungen. Während der europäischen Nachmittagsstunden notierte die Währung bei 1,1661 US-Dollar, nachdem sie am Morgen noch die Marke von 1,17 Dollar überschritten hatte. Zwischenzeitlich fiel der Euro sogar auf einen Tiefstand von 1,1613 Dollar, bevor er sich leicht erholen konnte. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs bei 1,1646 Dollar fest, was einem Rückgang gegenüber dem Vortag entspricht, als der Referenzkurs bei 1,1715 Dollar lag.
Der primäre Belastungsfaktor für den Euro war die Unruhe auf den Anleihemärkten innerhalb der Eurozone. Besonders die Renditen langlaufender Staatsanleihen verzeichneten einen Anstieg. So erreichten 30-jährige Bundesanleihen ihren höchsten Renditestand seit 2011. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor war die politische Lage in Frankreich, wo das drohende Ende der Regierung von Premier François Bayrou Unruhe schürte. Bayrou hatte jüngst angekündigt, im Parlament eine Vertrauensfrage zu stellen, sollte sein Sparhaushalt nicht zustimmend aufgenommen werden.
Während die Inflationsrate in der Eurozone im Vergleich zum Vorjahr leicht stieg, blieb sie jedoch ohne maßgeblichen Einfluss auf den Markt. Die Verbraucherpreise wuchsen erwartungsgemäß um 2,1 Prozent. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, äußerte, dass keine weiteren Maßnahmen der EZB für dieses Jahr erwartet werden, während mittelfristig Zinserhöhungen auf dem Programm stehen könnten.
Für andere wichtige Währungen setzte die EZB Referenzkurse von 0,87020 britischen Pfund, 173,10 japanischen Yen und 0,9366 Schweizer Franken fest. Erstmals erreichte der Preis für eine Feinunze Gold in London beeindruckende 3.516 Dollar.

