Euro auf Erholungskurs: Sorgen um Fed-Unabhängigkeit schwächen US-Dollar
Der Euro hat sich am Montag wieder etwas erholt und einen Teil seiner Verluste der vergangenen Handelstage ausgeglichen. Grund für diese positive Entwicklung ist die Schwäche des US-Dollars, die durch Unsicherheiten hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed ausgelöst wurde. Am Nachmittag notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1679 US-Dollar, nachdem sie am Freitag noch auf 1,1618 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat gefallen war.
Die Europäische Zentralbank (EZB) notierte den Referenzkurs bei 1,1692 US-Dollar, im Vergleich zu 1,1642 am vergangenen Freitag. Ein US-Dollar kostete somit 0,8553 Euro, was einem leichten Rückgang gegenüber dem vorherigen Kurs entspricht.
Der Streit um die Unabhängigkeit der Fed erreichte zuletzt einen neuen Höhepunkt. Das US-Justizministerium drohte dem Fed-Vorsitzenden Jerome Powell mit einer Anklage, was dieser als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve bezeichnete. Powell wird vorgeworfen, vor dem Senat falsche Angaben in Bezug auf die mehrjährige Sanierung von Zentralbankgebäuden gemacht zu haben. Powell sieht darin jedoch nur einen Vorwand für politischen Druck auf die geldpolitischen Entscheidungen der Fed.
Wie die Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen erklärt, könnte der Druck auf die US-Notenbank zunehmen, falls die Inflationsrisiken wieder stärker in den Vordergrund treten. Dies könnte die Fähigkeit der Fed beeinträchtigen, angemessen auf makroökonomische Herausforderungen zu reagieren, warnte die Expertin.
Die weiteren Referenzkurse der EZB lagen bei 0,86740 britischen Pfund, 184,42 japanischen Yen und 0,9313 Schweizer Franken pro Euro. Der Goldpreis für die Feinunze verzeichnete einen Anstieg auf 4.626 US-Dollar, was einem Anstieg von rund 116 US-Dollar im Vergleich zum Freitag entspricht.

