EU und Mercosur: Meilenstein für den Freihandel nach jahrzehntelangen Verhandlungen
Nach über einem Vierteljahrhundert intensiver Verhandlungen haben die Europäische Union und die Länder des südamerikanischen Mercosur-Bundes in Asunción ein weitreichendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Das historische Treffen in Paraguays Hauptstadt erlebte die Anwesenheit prominenter Persönlichkeiten wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident António Costa, sowie die Präsidenten Argentiniens, Paraguays und Uruguays. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva blieb der feierlichen Unterzeichnung fern, hatte jedoch zuvor bereits in Rio de Janeiro Gespräche mit der EU-Kommissionspräsidentin geführt.
Die Unterzeichnung manifestiert eine der größten Freihandelszonen weltweit und umfasst mehr als 700 Millionen Menschen und ein kombiniertes BIP von rund 22 Billionen US-Dollar. Der Abbau von Handelsschranken soll den Handel und Austausch von Dienstleistungen und Gütern zwischen der EU und Mercosur fördern und gilt zugleich als klares Signal gegen die in letzter Zeit verstärkte protektionistische Handelsstrategie der USA.
Jedoch warnen Kritiker vor möglichen negativen Folgen für europäische Landwirte, die aufgrund der starken Wettbewerbsfähigkeit ihrer südamerikanischen Kollegen unter Druck geraten könnten. Zum Schutz wurden Sicherheitsklauseln integriert, die im Falle eines übermäßigen Importanstiegs oder Preisverfalls schnelle Gegenmaßnahmen ermöglichen.

