EU-Leitlinie belastet deutsche Auto-Aktien – Neuer Spielraum für China?
Eine neue EU-Leitlinie zur Regulierung des Imports chinesischer Elektroautos hat die Aktienkurse deutscher Automobilunternehmen an den Börsen belastet. BMW-Aktien fielen im Dax um beachtliche 1,7 Prozent, während Volkswagen einen Verlust von 1,3 Prozent hinnehmen musste. Porsche Holding und Mercedes-Benz sahen ebenfalls rote Zahlen mit einem Abschlag von jeweils knapp einem Prozent.
Noch schlechter erging es den Aktionären der Porsche AG, deren Titel im MDax um satte sechs Prozent nachgaben. Ein Händler wies auf die jüngsten Kommentare des Porsche-Managements hin, die auf Analystenkonferenzen die hohen Erwartungen zum Jahresende relativierten.
Die EU-Kommission stellte nun Maßnahmen vor, um eine Anpassung des chinesischen Markteintritts zu ermöglichen. Chinesische Autobauer sollen durch die Festlegung von Mindestpreisen und Investitionen in der EU den 2024 eingeführten Zusatzzöllen entgehen können. Diese Strategie begrüßt das Handelsministerium in Peking, da sie den Wettbewerbsvorteil chinesischer Subventionen abfedert.
Laut Citigroup-Analyst Harald Hendrikse könnten die neuen Regelungen deutschen Herstellern wie BMW und Volkswagen helfen, ihre in China gefertigten Autos günstiger in die EU zu bringen. Gleichzeitig verstärkt sich aber der Wettbewerbsdruck auf europäischem Boden. Langfristige Auswirkungen sind noch unklar, da die genauen Mindestpreise abzuwarten sind.
Die Einführung der EU-Zusatzabgaben basiert auf einer Untersuchung, die den chinesischen Autobauern eine unfaire Subventionspraxis attestiert. Für europäische Marken sind die Auswirkungen bereits spürbar: VW und Mercedes verzeichneten zuletzt Rückgänge bei den Auslieferungen in wichtigen Märkten wie China und den USA. VW musste ein Minus von 0,5 Prozent bei den Fahrzeugauslieferungen für 2025 vermelden, während Mercedes mit einem Rückgang um zehn Prozent noch stärker betroffen ist.

