EU beschließt vollständigen Importstopp für russisches Gas bis 2027
Ein großer Schritt auf dem energiepolitischen Schachbrett Europas: Die Europäische Union hat sich auf einen vollständigen Importstopp von Gas aus Russland geeinigt, der spätestens ab Ende 2027 in Kraft treten soll. Diese Maßnahme, die sowohl Flüssigerdgas als auch Pipeline-Gas betrifft, wurde von 24 der 27 Mitgliedstaaten in Brüssel befürwortet und erhielt bereits im Dezember die Zustimmung der Abgeordneten des EU-Parlaments.
Die finale Abstimmung am grünen Tisch bestätigt diesen radikalen Kurswechsel in der europäischen Energiepolitik. Laut der EU-Kommission stellt der Verzicht auf russisches Gas kein Risiko für die Versorgungssicherheit dar, da auf dem globalen Markt ausreichend Alternativen verfügbar sind.
Diese zukunftsweisende Entscheidung liegt im Kontext des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und ist Bestandteil eines umfassenderen Sanktionspakets gegen Moskau. Eine weitere Eskalation auf dem Energiemarkt mit gravierenden Auswirkungen auf die Verbraucherpreise will man jedoch vermeiden.
Dennoch bleibt ein Hintertürchen: Sollte die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer EU-Staaten ernsthaft bedroht sein, könnte die EU-Kommission temporäre Ausnahmeregelungen erlauben. Hiermit soll sichergestellt werden, dass Energieengpässe trotz des Importstopps effektiv vermieden werden können.
Diese veränderte Haltung der EU zeigt das Bestreben, sich langfristig von russischen Energieimporten zu emanzipieren und die finanzielle Unterstützung, die Russland durch Energieexporte in die EU erhält, zu minimieren. Selbst im ersten Halbjahr 2025 lieferte Russland noch Flüssigerdgas im Wert von fast 4,5 Milliarden Euro. Die neue Verordnung verspricht nun eine rechtliche Klarheit und Dauerhaftigkeit für den beschlossenen Energieschwenk der Europäischen Union.

