EU antwortet mit ersten Gegenzöllen auf Trumps Maßnahmen
In einer raschen Reaktion auf die durch US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle, entfachen die EU-Staaten nun ein eigenes Zollfeuerwerk mit Abgaben zwischen 10 und 25 Prozent. Kommende Woche werden speziell Jeans und Motorräder aus den USA mit diesen neuen Zöllen belegt. Dies ist Teil eines abgestuften Plans der EU, um den wirtschaftlichen Druck der USA zu erwidern. Weitere Schläge gegen US-Exporte - darunter Lebensmittel wie Rindfleisch, Geflügel sowie Orangen - sind für Mitte Mai und den Jahreswechsel vorgesehen.
Die anfängliche Reaktion der EU betrifft ein Handelsvolumen von 3,9 Milliarden Euro. Die zweite Welle im Mai wird auf 13,5 Milliarden Euro beziffert, während eine finale Zollerhebung von 3,5 Milliarden Euro Ende des Jahres folgt.
Entgegen früherer Überlegungen werden amerikanische Spirituosen, insbesondere Whiskey, von diesen Maßnahmen ausgenommen. Dies ist vor allem dem Engagement Frankreichs und Italiens zu verdanken. Trumps Androhung von massiven Gegenzöllen auf europäische Weine hat hier sicherlich Gewicht verliehen.
Bemerkenswert ist die ungleich stärkere Reaktion Chinas auf die Zollschlacht: Peking hat bereits auf Trumps Maßnahmen mit einem deftigen Satz von Gegenzöllen geantwortet. Der eskalierende Zollstreit schlägt mit einem satten 84-Prozent-Zoll auf alle US-Importe zu Buche.
Die EU verfolgt trotz dieser Entwicklung eine Strategie des Dialogs. Eine Suspendierung der Gegenzölle wäre jederzeit möglich, sofern die USA zu fairen Verhandlungen bereit sind. Die EU bietet sogar an, sämtliche Industriegüter-Zölle beidseitig aufzuheben - eine Idee, die Washington bislang ablehnt. Sollte die Verhandlungslösung ins Stocken geraten, hält die EU vorsorglich Maßnahmen bereit. Parallel wird ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen potenzielle US-Zölle auf europäische Autos entwickelt.
An den Finanzmärkten herrscht unterdessen Aufruhr. Der Dax erlebte einen merklichen Absturz auf Tageswerte unter 19.800 Punkte. Auch in Asien überwiegen die negativen Vorzeichen, während die amerikanischen Börsen in einem Balanceakt verharren. Diese Turbulenzen treiben die Ölpreise und werten den Euro im Vergleich zum Dollar auf.

