Estee Lauder rutscht tiefer in die roten Zahlen – Zölle belasten Ausblick
Estee Lauder hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 seinen Verlust deutlich ausgeweitet und zugleich eine schwache Prognose für das laufende Jahr vorgelegt. Der US-Kosmetikkonzern, bekannt für Marken wie MAC, Smashbox und Jo Malone, rechnet allein durch neue Zölle mit einer Ergebnisbelastung von rund 100 Mio. US-Dollar.
Im Quartal bis Ende Juni verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 546 Mio. Dollar oder 1,51 Dollar je Aktie – nach 284 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Belastend wirkten dabei insbesondere eine Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendung von 527 Mio. Dollar sowie eine steuerliche Anpassung in den USA von 172 Mio. Dollar.
Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn mit 9 Cent je Aktie im Rahmen der Erwartungen von FactSet. Der Umsatz sank hingegen um 12 % auf 3,41 Mrd. Dollar, übertraf damit aber leicht die Analystenschätzungen von 3,39 Mrd. Dollar.
Die größten Schwächen zeigten sich im Hautpflegegeschäft (–16 %) und im Make-up-Segment (–11 %), beide stark von einer schwachen Konsumnachfrage in Asien betroffen. Auch der Haarpflegebereich schrumpfte um 15 %, während das Duftgeschäft mit einem Plus von 4 % etwas Stabilität brachte.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 prognostiziert der Konzern ein Umsatzwachstum von 2 % bis 5 %. Der Gewinn soll zwischen 1,63 und 1,87 Dollar je Aktie liegen, bereinigt um Sondereffekte zwischen 1,87 und 2,07 Dollar. Analysten hatten im Schnitt 2,20 Dollar je Aktie erwartet.
Um den Belastungen entgegenzuwirken, will Estee Lauder Preiserhöhungen prüfen und stärker auf Effizienzprogramme sowie Handelsvorteile setzen. Die Aktie gab nach Vorlage der Zahlen im vorbörslichen Handel zeitweise um bis zu 11 % nach und notierte zuletzt 7,2 % schwächer bei 83,40 Dollar – trotz eines Kursanstiegs von 41 % in den vergangenen drei Monaten.

