Erzeugerpreise im Juni gestiegen

20. Juli 2026, 08:21 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion (Archiv)
Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen.

Wiesbaden - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind in Deutschland im Juni 2026 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte, sanken die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent.

Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat ist vor allem auf gestiegene Preise von Vorleistungsgütern (+5,1 Prozent) zurückzuführen. Die Preise für Energie (+0,4 Prozent) stiegen nur leicht gegenüber dem Vorjahresmonat.

Auch Investitionsgüter (+2,1 Prozent) und Gebrauchsgüter (+1,8 Prozent) waren im Juni 2026 teurer als ein Jahr zuvor. Günstiger waren hingegen Verbrauchsgüter (-2,2 Prozent). Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Juni 2026 gegenüber Juni 2025 um 2,4 Prozent, gegenüber Mai 2026 stiegen sie um 0,2 Prozent.

Energie war im Juni 2026 um 0,4 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber Mai 2026 sanken die Energiepreise allerdings um 1,8 Prozent. Durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse gegenüber Juni 2025 um 23,7 Prozent, allerdings sanken die Preise gegenüber Mai 2026 um 7,4 Prozent. Rohbenzin (Naphtha) kostete 38,1 Prozent mehr als im Juni 2025, während die Preise für leichtes Heizöl um 23,6 Prozent und für Kraftstoffe um 12,0 Prozent stiegen.

Demgegenüber gab es bei Erdgas und elektrischem Strom, auch bedingt durch das immer noch hohe Preisniveau seit Beginn des Kriegs in der Ukraine, im Juni 2026 sogar Preissenkungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 1,8 Prozent weniger. Die Preise für Strom fielen gegenüber Juni 2025 um 4,2 Prozent, Fernwärme war 0,5 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Juni 2026 um 5,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,7 Prozent gegenüber Mai 2026).

Für den Preisanstieg gegenüber Juni 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+11,8 Prozent). Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+44,0 Prozent) stiegen deutlich. Für Kupfer und Halbzeug daraus musste 26,0 Prozent mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren im Juni 2026 teurer als im Vorjahresmonat (+3,4 Prozent), darunter kostete Betonstahl 6,2 Prozent mehr.

Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,9 Prozent. Düngemittel waren 17,0 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+6,5 Prozent) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +9,2 Prozent und Laubschnittholz mit +2,6 Prozent. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, allerdings sanken die Preise gegenüber Mai 2026 um 2,6 Prozent.

Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2 Prozent. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 4,7 Prozent teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas um 0,5 Prozent gegenüber Juni 2025 sanken.

Preisrückgänge gegenüber Juni 2025 gab es ebenfalls bei Papier, Pappe und Waren daraus, diese kosteten 1,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere (-2,9 Prozent) und Getreidemehl (-4,4 Prozent) kosteten ebenfalls deutlich weniger als im Juni 2025.

Die Preise für Investitionsgüter waren im Juni 2026 um 2,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2026). Maschinen kosteten 1,9 Prozent mehr als im Juni 2025, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,4 Prozent.

Gebrauchsgüter waren im Juni 2026 um 1,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (unverändert gegenüber Mai 2026).

Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 2,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 0,2 Prozent weniger als im Mai 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 4,5 Prozent. Deutlich billiger als im Juni 2025 waren Butter (-42,0 Prozent) und Schweinefleisch (-21,8 Prozent). Teurer als im Vorjahresmonat waren hingegen pflanzliche Öle (+8,5 Prozent) sowie Back- und Teigwaren (+2,6 Prozent).

Wirtschaft / Deutschland / Erzeugerpreise / Industrie / Statistik / Destatis / Vorleistungsgüter
20.07.2026 · 08:21 Uhr
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