Erholungsgeschichte mit Hindernissen: Siltronic kämpft sich durch Turbulenzen
Der Chip-Zulieferer Siltronic steht in einem herausfordernden Marktumfeld, sieht sich jedoch auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. CEO Michael Heckmeier erklärte, dass im dritten Quartal signifikante Lieferverzögerungen ins vierte Quartal sowie negative Währungseffekte Umsatz und Gewinn beeinträchtigt hätten. Positiv sei jedoch, dass der Druck durch den Lagerabbau bei Kunden nachlässt, auch wenn eine dauerhafte Erholung noch nicht gesichert ist.
Für 2025 wird weiterhin ein Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro erwartet. Die Prognose für das operative Ergebnis (Ebitda) liegt bei 22 bis 24 Prozent der Gesamteinnahmen.
Im dritten Quartal fiel der Umsatz mit über 300 Millionen Euro um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und das Ebitda sank um rund 25 Prozent auf 65,7 Millionen Euro. Dies war weniger als von Analysten vorhergesagt. Der Nettogewinn rutschte ins Minus, auch bedingt durch erhöhte Abschreibungen auf ein neues Werk in Singapur und Anlaufkosten.
Trotz der Schwierigkeiten profitiert Siltronic von einer schrittweisen Erholung im Verbrauch von Wafer-Flächen, befeuert durch den KI-Boom und gesteigerte PC-Nachfrage. Branchenexperte Constantin Hesse von Jefferies sieht das dritte Quartal möglicherweise als Tiefpunkt im aktuellen Geschäftszyklus. Eine endgültige Erholung steht noch aus, aber der Lagerabbau entlang der Lieferkette wird als positiv für die Zukunft betrachtet.
Währenddessen soll der Ausblick auf 2026, der traditionell erst zu Jahresbeginn gegeben wird, erst einmal im Hintergrund bleiben. Die jüngste Kursentwicklung der Aktie zeigt hohe Volatilität; nach einer starken Erholung fiel sie am Dienstag als einer der schwächsten Werte im SDax um 3,5 Prozent. Dennoch haben die Aktien seit Mitte September um fast 80 Prozent zugelegt, was Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung weckt.

