Erholung an den deutschen Aktienmärkten nach Zoll-Rücknahme
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich nach der jüngsten Zoll-Rücknahme seitens der USA positiv gestimmt. Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte haben beschlossen, die geplanten Zölle gegen acht europäische Länder vorerst auszusetzen, was den Anlegern eine Verschnaufpause verschafft. Diese Nachricht sorgte am Donnerstagmorgen für eine spürbare Erholung der Indizes. Der Dax zeigte sich in den ersten Handelsstunden stark und kletterte um bis zu 1,4 Prozent auf 24.896 Punkte. Zuvor hatte der Leitindex nach einem Tiefpunkt bei 24.349 Punkten während der Woche deutliche Verluste verzeichnet. Auch der MDax der mittelgroßen Werte profitierte von der positiven Stimmung und stieg um 2,2 Prozent auf 31.617 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte ebenfalls über ein Prozent zu, nachdem er in der Vorwoche stark korrigiert hatte.
Die Rücknahme der Zölle ist offenbar auf geplante Verhandlungen über Grönland und die Arktisregion zwischen den USA und der NATO zurückzuführen. Nur kurz zuvor hatte das EU-Parlament als Reaktion auf die Zollandrohung ihre Ratifizierung eines Handelsabkommens mit den USA auf Eis gelegt. Autowerte wie VW, BMW und Mercedes verzeichneten signifikante Kursgewinne, nachdem der europäische Auto-Branchenindex jüngst ein Tief erreicht hatte. VW stach besonders hervor und konnte an der Dax-Spitze um bis zu 6 Prozent zulegen, nicht zuletzt dank überzeugender Liquiditätszahlen im Konzernbereich.
Die Anleger der Deutschen Börse zeigten sich ebenfalls erfreut über das milliardenschwere Angebot für die Fondsplattform Allfunds, was die Aktie um bis zu 4,5 Prozent in die Höhe trieb. Im Gegensatz dazu zogen sich Investoren aufgrund der gesunkenen geopolitischen Spannungen aus Rüstungswerten wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk zurück. Ionos hingegen erlebte im SDax einen deutlichen Aufschwung um rund 7 Prozent. Der Internetumbruch, getrieben durch technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz, bietet dem Webhoster vielversprechende Chancen, so Analysten von Oddo BHF.

