Iran-Krieg

Emirate melden iranischen Drohnenangriff – Großbrand

04. Mai 2026, 19:06 Uhr · Quelle: dpa
Straße von Hormus
Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
Viele Schiffe können die Straße von Hormus nicht verlassen.
Die USA wollen blockierte Schiffe aus dem Persischen Golf befreien. Der Iran droht mit Angriffen und schießt wieder Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Spitzt sich die Lage erneut zu?

Teheran/Washington (dpa) - Erstmals seit Beginn der Waffenruhe haben sich die Spannungen am Persischen Golf wieder deutlich zugespitzt. Nach offiziellen Angaben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nach einem iranischen Drohnenangriff ein Großbrand in einem Industriegebiet ausgebrochen. Betroffen sei die Hafenstadt Fudschaira. Der Zivilschutz sei dabei, die Lage unter Kontrolle zu bringen. 

Außerdem fing das Militär drei Raketen aus dem Iran ab. Eine weitere Rakete sei im Meer niedergegangen, hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. In mehreren Regionen des Golfstaats sei die Flugabwehr zu hören gewesen. Zuvor war die Bevölkerung aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. 

Von iranischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung für Schüsse auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Land war schon zu Kriegsbeginn besonders von iranischen Angriffen betroffen, mit denen Teheran seinerseits auf Angriffe der USA und Israels reagiert hatte. 

Berichte über Vorfälle häufen sich 

Zuvor hatten sich die Spannungen in der vom Iran kontrollierten und von den USA blockierten Straße von Hormus, durch die normalerweise ein wesentlicher Teil des weltweiten Ölhandels erfolgt, wieder verschärft:

  • US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag den Start einer Initiative mit dem Titel «Projekt Freiheit» für Montag verkündet. Sie sollte darauf abzielen, die Meerenge wieder für die Schifffahrt freizumachen. 
  • US-Zerstörer seien durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf eingefahren, teilte das für Nahost zuständige Regionalkommando Centcom auf X mit. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können. Unabhängige Bestätigungen gab es dafür zunächst nicht.
  • Die iranische Militärführung hatte den USA bereits mit Gegenwehr gedroht. Die Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen ab, die sich im Meer vor der Südküste befunden haben sollen.
  • Aus Teheran kamen auch Berichte, wonach zwei Raketen ein US-Kriegsschiff getroffen hätten. Die USA dementierten diese Angaben.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten zusätzlich einen iranischen Angriff mit zwei Drohnen auf einen Tanker des staatlichen Energiekonzerns ADNOC vermeldet. Verletzte habe es dabei nicht gegeben. Unklar war zunächst, wann genau sich der Angriff ereignet haben soll. 
  • Südkorea prüft nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap Informationen, wonach ein Schiff einer südkoreanischen Reederei in der Straße von Hormus angegriffen wurde. Auf dem unter panamaischer Flagge fahrenden Schiff, das in Gewässern nahe den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Meerenge vor Anker lag, sei nach einer Explosion ein Brand ausgebrochen.
  • Der Oman meldete einen Angriff auf ein Wohngebäude. Die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency berichtete, dass der Angriff die Region um Buch getroffen habe. Dabei handelt es sich um einer vom übrigen Staatsgebiet getrennte Exklave an der Straße von Hormus. Zunächst war nicht klar, von wem der Angriff ausging. Dabei seien ausländische Arbeiter verletzt worden.

Ölpreise steigen weiter 

Für die Ölpreise brachte Trumps erneuter Vorstoß nicht die erhoffte Entlastung. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kletterte im Verlauf des Nachmittags deutlich auf mehr als 114 US-Dollar. Händler bezweifelten, dass der US-Plan funktionieren wird. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran zu einem Ende des Kriegs gelten als festgefahren. In der vergangenen Woche waren die Ölpreise auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2022 gestiegen.

Vor dem Krieg hatten Tanker etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl- und Flüssiggas durch die Straße von Hormus transportiert. Der Iran kontrolliert die Meerenge seit Kriegsbeginn und hat den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen praktisch zum Erliegen gebracht. Die USA wiederum haben ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. 

Welche Absicht verfolgt Trump?

Trump sagte, Länder aus der ganzen Welt hätten die USA darum gebeten, ihnen dabei zu helfen, ihre Schiffe zu befreien, sagte er. Er ließ jedoch viele Details zum geplanten Vorgehen offen. Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» sieht die Initiative aktuell nicht vor, dass US-Kriegsschiffe Schiffe durch die Straße von Hormus eskortieren. 

Beobachter halten es für möglich, dass Trump mit dem «Projekt Freiheit» der Wiederaufnahme der Kämpfe den Boden bereiten will: Eine Reaktion des Irans zu provozieren, «könnte die überzeugendste Rechtfertigung für die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten liefern», schrieb Hamidreza Azizi, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit, auf X.

Bisher kaum Fortschritte bei Verhandlungen 

Die Öffnung der Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts. Die unter Vermittlung Pakistans geführten Gespräche haben bisher keine Ergebnisse gebracht, zum Stand der Verhandlungen gab es immer wieder unterschiedliche Interpretationen. Am 8. April war eine Waffenruhe vereinbart worden, die nun zunehmend brüchig zu werden scheint.

Deutsche Marine bereitet Einsatz in der Meerenge vor

Im Vorgriff auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus stationiert die deutsche Marine zwei Schiffe im Mittelmeer. Das Minenjagdboot «Fulda» stach von Kiel aus in See. Darüber hinaus wird das Versorgungsschiff «Mosel», das derzeit in der Ägäis unterwegs ist, für einen möglichen Einsatz vorbereitet.

Es geht nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums darum, die Schiffe für den Fall, dass es zu einem internationalen Marineeinsatz kommen sollte, näher am möglichen Einsatzort zu positionieren. Um schnell in der Krisenregion einsatzfähig zu sein, würden «in den kommenden Wochen voraussichtlich ergänzende Fähigkeiten verlegt», hieß es weiter. 

Das Ministerium wies aber erneut darauf hin, dass eine nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage und ein Mandat des Bundestags Voraussetzungen für eine deutsche Beteiligung seien.

Konflikte / Krieg / Iran / USA / Israel / Vereinigte Arabische Emirate / Persischer Golf
04.05.2026 · 19:06 Uhr
[3 Kommentare]
Russland verkündet zweitägige Waffenruhe zum Tag des Sieges
Moskau/Kiew (dpa) - Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitägige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Der ukrainische Präsident […] (10)
vor 3 Minuten
Jeff Bezos soll bis zu 20 Millionen Dollar gezahlt haben, um die diesjährige Met Gala auszurichten.
(BANG) - Die Met Gala steht erneut in der Kritik, da Jeff Bezos und Lauren Sánchez bei der Veranstaltung prominente Rollen übernehmen. Damit heizt die Veranstaltung eine Debatte über Reichtum, Einfluss und die sich wandelnde Identität eines der prestigeträchtigsten Fundraising-Events der Modewelt an. Der Amazon-Gründer (62) und seine Frau (56) fungieren […] (01)
vor 2 Stunden
Online-Plattform X
Berlin (dpa) - In einer gemeinsamen Aktion haben SPD, Grüne und Linke ihren Abschied von der Internetplattform X erklärt. «X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken», hieß es in teils wortgleichen Erklärungen der drei Parteien und Bundestagsfraktionen. Politische Debatten lebten vom Austausch, während X zunehmend Desinformation fördere. «Deswegen haben wir uns über […] (00)
vor 2 Stunden
Deswegen folgt der neue “Resident Evil”-Film nicht dem Plot der Games
Für den 18. September ist offiziell der zweite Kino-Reboot von Resident Evil angesetzt. Hielt sich der letzte Ausflug auf die große Leinwand – Resident Evil: Welcome to Raccoon City (2021) – noch strikt an die Gaming-Vorlage, macht Resident Evil (2026) scheinbar eine Kehrtwende. Denn die ikonischen Charaktere der Serie sollen laut Regisseur Zach […] (00)
vor 5 Stunden
Spike Lee hat Filmkritiker kritisiert, die sich darüber beschweren, dass die Vorwürfe sexuellen Kindesmissbrauchs gegen Michael Jackson nicht im neuen Biopic 'Michael' vorkommen.
(BANG) - Spike Lee richtete sich an Filmkritiker, die sich darüber beschweren, dass die Vorwürfe sexuellen Kindesmissbrauchs gegen Michael Jackson nicht im neuen Biopic 'Michael' erwähnt werden. Der Regisseur verteidigte den Film, nachdem er kritisiert worden war, weil er die Anschuldigungen nicht thematisiert. Der Film war an den Kinokassen ein großer […] (00)
vor 2 Stunden
Adler Mannheim - Eisbären Berlin
Mannheim (dpa) - Mit goldenem Konfetti auf dem von Sekt und Bier verklebten Trikot genoss Marcel Noebels noch diesen Moment mit seinen Berliner Eisbären. Während sich der Routinier nach der erneuten Titelverteidigung mit bewegenden Worten vom Eishockey-Serienmeister verabschiedete, klatschte Coach Serge Aubin mit feuchten Augen alle Spieler und seinen […] (01)
vor 4 Stunden
Wirtschaftliche Chancen und Risiken in volatilen Märkten: Was Investoren jetzt wissen müssen
Marktvolatilität als neue Normalität Die Finanzmärkte erleben derzeit eine Phase erhöhter Unsicherheit. Geopolitische Spannungen, Inflationsdruck und Zinserwartungen führen zu täglichen Schwankungen, die viele Privatanleger verunsichern. Doch genau in solchen Phasen entstehen oft auch die besten Investitionsgelegenheiten für diejenigen, die strategisch vorgehen. Die Volatilität ist kein […] (00)
vor 1 Stunde
Goldnachfrage stark im ersten Quartal 2026
Herisau, 04.05.2026 (PresseBox) - Im ersten Quartal 2026 erreichte die globale Goldnachfrage einen neuen Rekordwert, gemessen in Tonnen und auch in US-Dollar. Anzeige/Werbung - Dieser Artikel wird verbreitet im Namen von Osisko Development Corp. und Fortuna Mining Corp ., mit der die SRC swiss resource capital AG bezahlte IR-Beraterverträge unterhält […] (00)
vor 2 Stunden
 
Vergiftete Babykost
Eisenstadt (dpa) - Im Erpressungsfall um vergiftete Babykost des Herstellers Hipp […] (00)
Jugendzentrum
Berlin (dpa) - Eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin- […] (00)
Fortsetzung Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung
Hamburg (dpa) - Es ist Christina Blocks 53. Geburtstag - doch der Weg führt auch an […] (01)
Katherina Reiche (Archiv)
Berlin - Der Personalrat im Bundeswirtschaftsministerium übt scharfe Kritik an der […] (01)
Eine starke finanzielle Position Der neueste Gewinnbericht von Berkshire Hathaway […] (00)
Shakira hat am Wochenende ein kostenloses Konzert vor einer riesigen Menschenmenge in Rio de Janeiro gegeben.
(BANG) - Shakira hat am Wochenende ein kostenloses Konzert vor einer riesigen […] (00)
«Totenfrau» von «Ostfriesensturm» weggeblasen
Es formierte sich eine Krimi-Konfrontation zwischen ARD und ZDF. Fortsetzung der Krimi-Serie […] (00)
ATP-Tour - Madrid
Madrid (dpa) - Eigentlich könnte Alexander Zverev mit seiner Saison bislang sehr […] (00)
 
 
Suchbegriff